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4. Internationales Lymph-Symposium in London 

Am 17. Juli 2021 fand in London zum 4. Mal das internationale Lymph-Symposium als online Veranstaltung statt.

Das Symposium musste 2020 pandemiebedingt ausfallen, deshalb war es der wissenschaftlichen Leiterin Dr. Kristiana Gordon, London, dieses Jahr eine noch größere Freude, die Gäste und Referent*innen begrüßen zu dürfen.  

Das Lymphsymposium in London überzeugte durch seine hochkarätige und internationale Besetzung von Referent*innen und Teilnehmenden. Die Juzo Akademie konnte mit der Veranstaltung auch in diesem Jahr Raum und Zeit für einen interdisziplinären und interprofessionellen Wissensaustausch rund um das Thema Ödem ermöglichen. 
Der Fokus lag auf der Betrachtung von Ursachen primärer und sekundärer Lymphödeme. Diagnostik, Bildgebung und die richtige Therapie wurden diskutiert. Die Teilnehmenden der Online Veranstaltung konnten via Livestream an praxisnahen Vorführungen teilnehmen und so das theoretische Wissen um praktische Anwendungsbeispiele ausbauen. 

Durch ihren interdisziplinären Charakter war die Fortbildung für alle Beteiligten in der lymphologischen Behandlungs- und Versorgungskette von großem Interesse. Das Programm sei ein Mix aus weltweit anerkannten Rednern aus der Medizin und physikalischen Therapie sowie thematisch eine Mischung aus primären und sekundären Lymphödemen, deren Ursachen Behandlungsoptionen, Lipödem und vielem mehr, betonte Dr. Gordon.  

Ursachen und Komplikationen  

„Genetics of Primary Lymphoedema“ war das Thema von Prof. Pia Ostergaard, London, England. Das primäre Lymphödem sei keine Einzelerkrankung und könne in viele Kategorien eingeordnet werden. 
Nicht alle Lymphödeme seien durch den gleichen zugrundeliegenden Mechanismus verursacht. Daher würden nicht alle Patienten gleich auf die Lymphödemtherapie ansprechen. 

Frau Ebba Al Khamees sprach in ihrem Vortrag über die Ursachen, Diagnose, Therapie und Komorbiditäten des sekundären Lymphödems, den Verlauf des Lymphödems und die verschiedenen Stadien sowie die konservative Therapie.  

Aaron Knowles, Lymphödem- und Wundspezialist, Eastbourne, England, referierte über „Wounds and Oedema in Context“ und thematisierte  beispielsweise  häufige Herausforderungen beim Lymphödem wie Stagnation oder Fibrose, sowie diverse Behandlungsmöglichkeiten. 

Rebecca Elwell, Fachkrankenschwester für Lymphödeme, England, schloss den ersten Vortragsblock mit ihrem Beitrag „Differential diagnosis in the management of Cellulitis in Lymphoedema“. Die richtige und frühzeitige Diagnose und Einleitung einer Behandlung beim Lymphödem sei notwendig, um die Patienten zu Experten ihrer Krankheit machen zu können. Das Ziel sei eine langfristige Behandlung und die Prävention weiterer Komplikationen. 

Management von Lymphödemen 

Aus Italien zugeschaltet, berichtete Prof. Jean Paul Belgrado, PhD, Brussels, Brüssel, Belgien, zu den Erfahrungen mit bildgebenden Systemen wie Nah-Infrarot-Fluoreszenz. Er sprach über die Bedeutung der Diagnose von primären und sekundären Lymphödemen. 

„Intranodal MRL Imaging“ war das Thema von Dr. Lakshmi Arumugam Ratnam, London, England. Sie thematisierte bildgebende Verfahren in der Lymphologie und ging speziell auf die Funktionsweise und Technik der MR-Lymphangiographie ein. 

Dr, Stefan Meng, MD, Wien, Österreich, gab einen Einblick in die Ultraschalldiagnostik des Lymphsystems. Das Spektrum reiche von der Auswahl geeigneter Lymphgefäße und Venen für geplante lymphovenöse Anastomosen (LVA) über die Lokalisierung von Lymphknoten bis zur Diagnostik einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI) oder einer Thrombose. 

Chieh-Han John Tzou, Assoc.-Prof., MD, PhD, Wien, Österreich, stellte in seinem Vortag „Microsurgical Therapy of Lymphoedema“ die mikrochirurgischen Therapiemöglichkeiten von Lymphödemen, wie z.B. Lymphovenöse Anastomosen (LVA) vor und betonte, dass die konservative Therapie immer die Therapie erster Wahl sei und auch postoperativ die Kompressionstherapie unbedingt notwendig sei. 

Dr. med. Tobias Bertsch, Hinterzarten, Deutschland, beleuchtete die klinischen Aspekte, die Pathophysiologie und die Therapie von Adipositas-bezogenen Lymphödemen. Es reiche nicht aus, sich auf das Lymph- oder Lipödem zu fokussieren, wenn die Patienten übergewichtig seien, sondern man müsse auf die Ursachen achten, die oftmals auch Adipositas oder andere Krankheiten sein können. 

Denise Hardy, Lymphödem-Therapeutin und -Fachberaterin, Cumbria, England, ermöglichte eine therapeutische Sicht auf das Lipödem und stellte die Patienten in den Fokus. Ein systematischer, ganzheitlicher, strukturierter und multidisziplinärer Ansatz in der Behandlung sei erforderlich, um die Patienten zu stärken. Sie sprach über die verschiedenen Komponenten der Lipödemtherapie wie Selbstmanagement, Bewegung oder Kompressionstherapie – immer im Mittelpunkt der Patient. 

Justine C. Whitaker, MSc, RN, Lancashire, England, ging auf die Bedeutung der medizinischen Bandagen (Compression Wraps oder medizinisch adaptive Kompressionssysteme (MAK)) als Teil der Kompressionstherapie ein. Die Compliance der Patienten sei absolut notwendig, damit Kompressionssysteme wie MAKs wirksam angewendet werden könnten. Als Abschluss warf sie einen Blick in die Zukunft, auf die Entwicklungen und neuen Geräte. 

Dr. Giovanni Mosti, Lucca, Italien, betonte in seinem Beitrag, dass Selbstmanagement bei Patienten nicht eigenständige Selbsttherapie bedeute und Nachsorge und regelmäßige Kontrolltermine unbedingt erforderlich seien. Selbstmanagement mit z.B. Compression Wraps sei ergänzend zur Therapie zu sehen. 
Unelastische Materialien könnten durch großen Druck und Massageeffekt eine signifikante Verbesserung der beeinträchtigten venösen Hämodynamik erzeugen, benötigen aber geschultes Personal bzw. eine Schulung der Anwender*innen. 

Best Practice and Self Management war Thema der Vorträge von Dr. Melanie Thomas, MBE, Neath, Wales und Prof. Christine Moffatt, Notthingham, England. Jeder Patient*in müsse als Individuum ganzheitlich betrachtet werden um die Qualität in allen Bereichen des Lebens erhöhen zu können, so Dr. Thomas schloss sich dem Vortrag an und sprach über Faktoren, die das Selbstmanagement beeinflussen würden, Adipositas und die Funktionsweise und Wirkung der Kompressionstherapie. Selbstmanagement bedeute in erster Linie, die Patienten beim Selbstmanagement zu unterstützen. 

Dr. Kristiana Gordon, Hospital, London, England gab zum Abschluss der Veranstaltung einen Einblick in die Therapie von Patienten, Behandlungsmethoden und vor allem die Philosophie von St. Georges. Teamwork und die multidisziplinäre Zusammenarbeit vor allem von Ärzten, Therapeuten und Patienten sei lebensnotwendig. 

Digital und weltweit vernetzt 

So international wie die Weltstadt London, so überzeugend war auch das Lymphsymposium durch seine hochkarätige und internationale Besetzung von Referent*innen und Teilnehmenden. 
Rund 350 Interessierte aus der ganzen Welt hatten sich zum Livestream registriert. 
Dr. Kristiana Gordon betonte, dass die Veranstaltung auch als Online Veranstaltung Raum und Platz für  Diskussion und zum interdisziplinären und internationalen Austausch geboten hätte.   
Das nächste Internationale Lymph-Symposium wird voraussichtlich im Herbst 2022 stattfinden.


Mehr zu den Veranstaltungen der Akademie finden Sie unter juzo.de/akademie.  

Bilder: Julius Zorn GmbH

Julius Zorn GmbH

Juzo hat weltweit über 1.000 Mitarbeiter, die gemeinsam an einem Strang ziehen. Als Spezialist in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Dazu werden stetig neue und  intelligente Produkte entwickelt, um den individuellen Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden und den Therapieerfolg zu sichern. Dieses Ziel wird bereits seit über 100 Jahren verfolgt und es wird stets nach neuen Lösungen in den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthopädie gesucht. Jeden Tag aufs Neue arbeiten die Mitarbeiter bei Juzo daran, das Unmögliche möglich zu machen für mehr Lebensfreude in Bewegung.

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