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 3. Thüringer Lymphologie Symposium

Am 25. September 2021 fand in Erfurt zum 3. Mal das Thüringer Lymphologie Symposium als hybride Fortbildung statt.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Barbara Netopil, Klinik Königstein der KVB, Königstein/ Taunus, lag der Fokus in diesem Jahr auf der Genese und der Therapie von Lymphödemen im Kontext der Onkologie.  

Besonders die Onkologie hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt und die Behandlungsmethoden von Tumoren sind vielfältiger, individueller und erfolgreicher geworden. Dem gegenüber stehen aber immer noch die durch die Therapie entstandenen sekundären Lymphödeme, so Frau Dr. med. Netopil. Der Schwerpunkt der Tagung war die Genese und Therapie von Lymphödemen, die aus verschiedenen onkologischen Blickwinkeln betrachtet wurden. Neben Aspekten aus der Gynäkologie, Urologie, Dermatologie und Senologie sowie der onkologischen Radiologie und Chirurgie und deren Einfluss auf die Ödementstehung  und  -behandlung wurde auch die konservative Ödembehandlung thematisiert.  

Ergänzend zu den Vorträgen wurden praxisnahe Demonstrationen rund um die Entstauungstherapie sowohl den Teilnehmenden vor Ort als auch via Livestream angeboten. 

Einblicke in die neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnisse 

Die Veranstaltung eröffnete Dr. med. Barbara Netopil, Königstein, mit einem einleitenden Vortrag zur Nationalen Dekade gegen Krebs, eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit. 2019 wurde die Dekade ausgerufen. 

Dagmar Giesecke, Bad Homburg, beschäftigte sich mit operativen Techniken in der Therapie des Mammakarzinoms und ging der Frage nach, wie sich Lymphödeme durch moderne Mammachirurgie verändert hätten.  Sie betonte, dass im operativen Tun ein Umdenken besonders in den Bereichen Tumorbiologie, Mammographie-Screening und Diagnostik stattgefunden hätte. Auch die Leitlinien-Empfehlungen zum optimalen Zeitpunkt der Sentinel-Lymphknotenexzision haben sich in den letzten Jahren geändert. 

Das Lymphödem in der Gynäkologie und Geburtshilfe beleuchtete Dr. med. Martha Földi, Hinterzarten. Information und Kooperation sowie ein interdisizplinärer Austausch seien das A und O in der Medizin, und somit in der Lymphologie.  

Prof. Dr. med. Gunther Felmerer, Göttingen, betrachtete das Lymphödem in der Urologie. Er stellte operative Möglichkeiten beim männlichen Genital-Lymphödem nach einem Prostata Karzinom vor. Resektionsverfahren blieben Patienten mit genitalen Lymphödem oder Elephantiasis vorbehalten. Die konservative Therapie sei der Goldstandard in der Behandlung von Lymphödemen, wobei im Genitalbereich relativ frühzeitig eine Operation durchgeführt werden sollte, so Prof. Felmerer. 

Priv.-Doz. Dr. med. Claus C. Pieper, Bonn, führte die Teilnehmenden durch das Spektrum der Lymphgefäß-Bildgebung. Er ging auf aktuelle Techniken und Methoden ein, stellte Indikationen neben der klinischen Diagnose dar und sprach über die Ziele und Aussagekraft der Bildgebung. 

Kontraindikationen oder Modifizierung der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie bei akuten Tumor-Erkrankungen war Thema des Vortrags von Dr. med. Barbara Netopil, Königstein. Neben der KPE müsse man immer auch an operative Resektionsverfahren mit entsprechend guter Vor- und Nachsorge denken. Dr. Netopil erklärte, dass die Entstauungstherapie in der Onkologie nicht immer einfach sei und Kreativität im Sinne der Patienten gefragt sei. 

Prof. Dr. med. Marcus Lehnhardt, Bochum, erläuterte die Prävention des Lymphödems nach Tumor durch lymphovenöse Anastomosen und Lymphknotentransplantation und gab einen Ausblick, was sich in den nächsten Jahren als Standard etablieren könnte. 

Pandemie und Lymphödem aus der Sicht der Akut-Medizin lautete der Vortragstitel von Dr. med. Anett Reißhauer, Berlin. Sie stellte erstmals die Ergebnisse ihrer noch unveröffentlichten Studie zu dieser Thematik vor. Covid-19-bedingt hätten sich demnach bei Patientinnen und Patienten mit Lymphödemen die Lebenszufriedenheit und die Anzahl von Arztkontakten reduziert, wogegen Komplikationen, sportlichen Aktivitäten und die Inanspruchnahme der  Videosprechstunde zugenommen hätten. 

Dr. med. Achim Richter, Bad Tabarz, informierte über den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Versorgung onkologischer und lymphologischer Patienten aus Sicht der Rehabilitations-Medizin. Die Pandemie-Situation hätte komplexe, sehr unüberschaubare Folgen, wie beispielsweise eine spätere Krebsdiagnostik und -behandlung. 

Dr. med. Anya Miller, Berlin, berichtete über Neues in der lymphologischen Therapie und ging auf verschiedene Studien in unterschiedlichen Bereichen wie z.B. MLD, Selbstmanagement oder vaskularisierter Lymphknoten-Transfer, ein. 

Nachdem Sabine Knackstedt, Göttingen, in ihren Alltag als Breast Care Nurse  Einblicke gewährt hatte, stellten Nancy Elmer, Berlin, und Dr. med. Jeanette Marell, Bad Nauheim, im Nachgang zwei besondere Patientenfälle vor.  

Dr. med. Max Liebl, Berlin, widmete sich der Kompressionstherapie mit innovativen Polstermaterial. In seinem Vortrag präsentierte er erste Ergebnisse der Studie „Vergleich mit Schaumstoffbandagen mit Standard-Unterpolsterung in der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie der Phase I des sekundären Armlymphödems – eine prospektive RCT“. 

Dr. med. Katrin Kofler, Tübingen, hatte ebenfalls zwei Patientenfälle eines sekundären Lymphödems durch eine Narbenkorrektur mitgebracht, die sie dem Publikum vorstellte und Fragen zur Therapie und Kompression beantwortete.   

Die Veranstaltung überzeugte durch hochkarätige Referierende und Teilnehmenden. An lymphologisch interessierte Ärztinnen und Ärzte, therapeutische Fachpersonal oder Fachkräfte des medizinischen Fachhandels gerichtet, bot die Veranstaltung viel Raum für Diskussion, Vernetzung und Wissensvermittlung.  
Rund 150 Teilnehmende vor Ort und weiter mehr als 100 via Livestream aus der ganzen Welt waren an dem Tag mit dabei. Frau Dr. med. Netopil kündigte bereits mit großer Freude das 4. Thüringer Lymphologie Symposium in der voraussichtlich zweiten Septemberhälfte 2023 an. 

Mehr zu den Veranstaltungen der Akademie finden Sie unter juzo.de/akademie

 

Bilder: Juzo

Julius Zorn GmbH

Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Thüringen) gegründet und beschäftigt weltweit über 1.100 Mitarbeitenden. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa und Kanada bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit über 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Dafür produziert das Unternehmen innovative Produkte – größtenteils „Made in Germany“ – aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthopädie wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen für den medizinischen Fachhandel, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten für ambitionierte Sportlerinnen und Sportler und die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen für Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeiten die Mitarbeitenden bei Juzo an innovativen und individuellen Lösungen für mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de

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