Warum man Narben behandeln sollte!
Narben hinterlassen leider fast immer Spuren. Es bestehen jedoch gute Behandlungsmöglichkeiten, um diese in Funktion und Aussehen deutlich zu verbessern. Neben der Optik gibt es zahlreiche weitere Gründe, die für eine Behandlung von Narben sprechen. Denn ohne Behandlung kann es neben Hypersensibilität, verstärktem Juckreiz und Schmerzen zu spannender Haut und Verklebungen im Gewebe kommen. Außerdem können auch Funktions- und Bewegungseinschränkungen, zum Beispiel im Bereich der Hände oder an den Gelenken, auftreten.
Insbesondere stark erhabene, wuchernde (hypertrophe Narben) oder wulstige Narben (Keloide) können - je nach Position und Ausprägung - zudem zu psychischen Belastungen oder Traumata führen.
Da der Erfolg der Narbenbehandlung in den ersten zwei Jahren am größten ist, sollte man diese Zeit auch für die Verbesserung der Narbenqualität nutzen.

Gründe für die Narbenbehandlung
- Vermeidung von Funktions- und Bewegungseinschränkungen
- Förderung der Flexibilität des Narbengewebes
- Reduktion von Schmerzen
- Abbau von Hypersensibilität und Juckreiz
- Verbesserung der Optik
- Vermeidung psychischer Auswirkungen (Trauma)
Wie lassen sich Narben am besten behandeln?
Weil jede Narbe anders ist, muss auch deren Behandlung abhängig vom Narbentyp, der jeweiligen Position und anderen Faktoren individuell abgestimmt werden. Sie besteht in der Regel aus verschiedenen, sich ergänzenden Maßnahmen.
Ein frühzeitiger Therapiebeginn nach einem Eingriff ist nötig, um ein bestmögliches Narbenergebnis zu erreichen. Der Zeitraum, in dem die Narbe aktiv ist kann so maximal ausgenutzt werden. Bei allen Narben sollte deshalb direkt nach dem Abheilen der Wunde mit non-invasiven (konservativen) Behandlungsmöglichkeiten begonnen werden.
Bei Narben mit deutlichen Funktions- oder Bewegungseinschränkungen kann eine Narbenkorrektur nötig sein. Diese wird je nach Ausprägung der Narbe chirurgisch oder z. B mit einer Lasertherapie vorgenommen.
Die individuell am besten geeignete Kombination verschiedener Behandlungsmethoden wird die behandelnde Fachärztin oder der behandelnde Facharzt auswählen.
Behandlungsmöglichkeiten
Grundsätzlich unterscheidet man bei der Narbenbehandlung non-invasive bzw. konservative und invasive Behandlungsmethoden. Unter dem Begriff Konservative Therapie werden alle medikamentösen und physikalischen Therapieansätze zusammengefasst. Als Invasive Therapie bezeichnet man alle Maßnahmen, bei denen in den Körper eingedrungen wird, also die Haut durchtrennt wird. Hierzu gehören vor allem chirurgische Eingriffe.
Tipps für eine erfolgreiche Narbenbehandlung
Wir haben hier ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, wie Sie zum Erfolg Ihrer Narbentherapie beitragen können. Oft sind es die kleinen Dinge, die nicht viel Aufwand bedeuten, aber einen zusätzlichen Fortschritt bringen und Ihnen die Therapie erleichtern können.
Tragen Sie Ihre Kompressionsbekleidung exakt nach Verordnung Ihrer*s Ärzt*in. Nur so kann ein optimaler Therapieerfolg erzielt werden. Im Normalfall wird die Versorgung auch nachts getragen und nur zum Waschen abgelegt.
Setzen Sie Ihre Narben keiner direkten Sonneneinstrahlung aus und schützen Sie sich ausreichend mit Sonnenschutz. Direktes Sonnenlicht fördert die Bildung von hypertrophen Narben. Das Narbengewebe kann sich außerdem dunkel verfärben. Kompressionsbekleidung von Juzo (Juzo ScarComfort) garantiert Ihnen einen UV-Schutzfaktor UPF 30. Die Silikonauflagen von Juzo (Juzo ScarPad) bieten zusätzlichen Schutz, da sie über UV-Schutzfaktor UPF 50 verfügen.
Ihre Kompressionsbekleidung kann in der Waschmaschine im Schon- oder Feinwaschgang (bis 40 °C) gewaschen werden. Rückstände von Hautschuppen, Salben, Schmutz und Staubpartikeln können sich im Gewebe ablagern. Waschen Sie daher Ihre Kompressionsbekleidung täglich – nur so bleiben die elastischen Eigenschaften dauerhaft erhalten und die Langlebigkeit der Kompressionsbekleidung erhöht sich. Bei allen Waschgängen empfehlen wir das milde Juzo Spezialwaschmittel. Bitte verwenden Sie keinen Weichspüler, da die enthaltenen Weichmacher die Kompressionsfäden angreifen!
Gezielte Bewegung durch Physio- und Ergotherapie ist für eine effektive Narbentherapie von großer Bedeutung. Das Narbengewebe wird dadurch mobilisiert und besser durchblutet, das Bindegewebe wird weicher. Außerdem können Gelenkfehlstellungen oder Versteifungen der Gliedmaßen optimal therapiert und dadurch beste Ergebnisse erzielt werden. Halten Sie sich unbedingt an die Therapieempfehlung Ihrer*s Ärzt*in.
Reinigen Sie Ihr ScarPad täglich – nur so kann die notwendige Hygiene im Narbenbereich sowie ein sicherer Halt garantiert werden. Das ScarPad wird mit einem speziellen Reinigungsmittel (Juzo ScarPad Cleaning Soap) gewaschen. Geben Sie ein paar Tropfen der Seife auf das ScarPad und waschen Sie diese gründlich unter fließendem Warmwasser ab. Nach der Reinigung legen Sie die Auflage mit der klebrigen Seite nach oben auf ein trockenes Tuch. Vollständig getrocknet, kann sie erneut verwendet werden.
Narben bleiben durch tägliches Eincremen und Massieren geschmeidig. Hygiene ist dabei sehr wichtig: Halten Sie das Narbenareal sauber, um Entzündungen vorzubeugen. Folgen Sie den Pflegeempfehlungen Ihrer behandelnden Ärztin / Ihres behandelnden Arztes.
Kompressionsbekleidung muss perfekt sitzen und darf nicht einschnüren oder rutschen. Bei Gewichtsschwankungen oder dem Wachstum bei Kindern ändern sich die Körpermaße. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren medizinischen Fachhandel. Dieser überprüft den Sitz der Versorgung und vermisst ggf. eine Neuanfertigung für Sie.
Silikonauflagen dürfen keinesfalls auf offenen Wunden getragen werden! Vor dem Tragen einer Kompressionsversorgung in Verbindung mit bestehenden Wunden halten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt. Mit Zustimmung der / des Behandelnden kann eine Kompressionsbekleidung bei kleineren Wunden über einen Verband bzw. eine Wundauflage gezogen werden. Restdefekte können unter dem Kompressionsdruck besonders schnell und ohne Komplikationen abheilen.
Häufig gestellte Fragen rund um die Narbentherapie
Passform und Anziehen

Warum muss die Narbenversorgung so eng sein?
Warum muss die Narbenversorgung so eng sein?
Schon der Begriff Kompressionsversorgung zeigt auf, dass diese ihre Wirkung durch den Kompressionsdruck entfaltet. Dabei bewirkt der Druck auf die Narbe, dass sich das neue Gewebe möglichst strukturiert anordnet und nicht wild wuchert. So bleibt die Narbe flacher, weicher und auch flexibler. Zusätzlich dient die Narbenversorgung in der ersten Heilungsphase als Schutzschicht und vermindert den Juckreiz der Narbe.

Sind Abdrücke nach dem Ausziehen der Kompressionsversorgung normal?
Sind Abdrücke nach dem Ausziehen der Kompressionsversorgung normal?
Kompressionsdruck sorgt für eine Entstauung des Gewebes. Dieser Effekt wird nach dem Ausziehen deutlich sichtbar. Es ist völlig normal und zeigt nur, dass die Kompression ihre Wirkung entfaltet.
Narbenpflege

Soll man die Haut unter der Narbenversorgung eincremen?
Soll man die Haut unter der Narbenversorgung eincremen?
Narben sollten nicht austrocknen. Durch tägliches Eincremen und Massieren bleiben sie geschmeidig. Wir empfehlen den Einsatz von speziell abgestimmten Pflegeprodukten, wie die feuchtigkeitsspendende Juzo Lymph Lotion mit 4% Urea und 30% Lipiden.

Kann man auch paraffinhaltige Salben verwenden?
Kann man auch paraffinhaltige Salben verwenden?
Paraffinhaltige Salben sollten komplett eingezogen sein, bevor die Kompressionsbekleidung wieder angezogen wird.

Welche Narbencremes sind sinnvoll?
Welche Narbencremes sind sinnvoll?
Silikonhaltige Cremes verhindern ein Austrocknen der Narbe und unterstützen so den Heilungsprozess.

Soll man mit Narben beim Waschen auch Seife verwenden?
Soll man mit Narben beim Waschen auch Seife verwenden?
Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, sollte die Narbe aus Hygienegründen auch mit Seife gereinigt werden. Um die Narbe nicht zu stark auszutrocknen, sollte danach eine rückfettende Creme benutzt werden.
Tragedauer und Wechselversorgung

Wie häufig bekommt man eine neue Versorgung?
Wie häufig bekommt man eine neue Versorgung?
Pro Jahr erhält man zwei Versorgungen. Da man die Versorgung rund um die Uhr tragen und dennoch täglich waschen sollte, ist eine Wechselversorgung erforderlich. Sollte die Versorgung nach Wachstum oder Gewichtsveränderung nicht mehr passen, kann eine neue Versorgung verordnet werden.

Wie kommt man mit nur einer Versorgung trotz Waschen und Trocknen auf 23 Stunden Tragedauer?
Wie kommt man mit nur einer Versorgung trotz Waschen und Trocknen auf 23 Stunden Tragedauer?
Eine Wechselversorgung sollte aus hygienischen Gründen die Regel sein. Sprechen Sie mit Ihrer*m Versorger*in und/oder Ihre*m Ärzt*in.

Was kann man tun, wenn die Kompressionsversorgung kaputt gegangen ist?
Was kann man tun, wenn die Kompressionsversorgung kaputt gegangen ist?
Über die*den Ärzt*in oder Versorger*in sollte bei der Krankenkasse eine neue Versorgung beantragt werden. Für eine Bewilligung kann ein offenes Gespräch mit Ihrer*m Sachbearbeitenden der Krankenkasse hilfreich sein.

Wie lange soll die Kompressionsbekleidung getragen werden?
Wie lange soll die Kompressionsbekleidung getragen werden?
Narben sind bis zu zwei Jahre nach ihrer Entstehung aktiv. In diesem Zeitraum ist der Einsatz von Kompressionsbekleidung sinnvoll. Sobald die Narbe verblasst ist und keine Rötung mehr aufweist, spricht man von einer inaktiven Narbe. Diese verändern sich nicht mehr stark.

Warum muss die Kompressionsbekleidung 24 Stunden getragen werden?
Warum muss die Kompressionsbekleidung 24 Stunden getragen werden?
Nur ein kontinuierlicher Druck auf die Narbe sorgt dafür, dass das neu gebildete Bindegewebe weich und flach bleibt.
Waschen & Materialpflege

Wie oft muss man die Kompressionsbekleidung waschen?
Wie oft muss man die Kompressionsbekleidung waschen?
Kompressionsbekleidung muss täglich gewaschen werden.

Wie wäscht man Kompressionsbekleidung?
Wie wäscht man Kompressionsbekleidung?
Neben der Handwäsche kann Ihre Kompressionsbekleidung in der Waschmaschine im Schon- oder Feinwaschgang (bis 40 °C) gewaschen werden. Verwenden Sie dazu entweder Spezialwaschmittel oder Feinwaschmittel ohne Weichspüler.

Darf man unter Silikonauflagen Hautcreme verwenden?
Darf man unter Silikonauflagen Hautcreme verwenden?
Hautcreme ist ein wichtiger Bestandteil der Narbenpflege und hält die Narbe weich und geschmeidig. Die Creme sollte jedoch vollständig eingezogen sein, bevor man die Silikonauflage wieder auflegt.
Silikonauflagen

Wie reinigt man Silikonauflagen?
Wie reinigt man Silikonauflagen?
Wenn es sich um Silikonauflagen mit einer Klebeseite handelt, können Sie diese mit warmem Wasser und Seife reinigen und danach an einem staubfreien Ort trocknen lassen. Speziell angefertigte Silikonauflagen und -polster können und sollten alle zwei Tage zusätzlich ein paar Minuten in kochendes Wasser gelegt werden.

Ist es normal, dass Silikonauflagen nach dem Ausziehen Abdrücke hinterlassen?
Ist es normal, dass Silikonauflagen nach dem Ausziehen Abdrücke hinterlassen?
Es ist normal, dass durch den Kompressionsdruck das Gewebe entstaut wird und sich Abdrücke der Silikonauflage auf der Haut abzeichnen.
Sonstiges

Schützt die Kompressionsbekleidung vor Sonneneinstrahlung?
Schützt die Kompressionsbekleidung vor Sonneneinstrahlung?
Die Sonnenschutzwirkung hängt vom jeweiligen Material ab. Die Juzo ScarComfort Kompressionsbekleidung garantiert beispielsweise einen UV-Schutzfaktor UPF 30. Die Juzo ScarPad Silikonauflagen bieten zusätzlichen Schutz, da sie über einen UV-Schutzfaktor UPF 50 verfügen.

Wann kann man mit einer Narbe wieder duschen, baden oder ins Schwimmbad?
Wann kann man mit einer Narbe wieder duschen, baden oder ins Schwimmbad?
Nach abgeschlossener Wundheilung.

Wann wird im Rahmen einer Narbenbehandlung Krankengymnastik oder Ergotherapie verschrieben?
Wann wird im Rahmen einer Narbenbehandlung Krankengymnastik oder Ergotherapie verschrieben?
Insbesondere wenn großflächige Narben im Bereich von Gelenken vorliegen, kann es zu Funktions- und Bewegungseinschränkungen kommen. Stimmen Sie sich dazu mit Ihrer*m behandelnden Ärzt*in ab.
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Narben
Mit der richtigen Narbentherapie lassen sich viele Narben in ihrem Aussehen und ihrer Funktion positiv beeinflussen.



