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Krampfadern

Wissen rund um Varizen

Krampfadern – nach Schätzungen der europäischen Fachgesellschaften leiden 50% der europäischen Bevölkerung im Laufe des Lebens darunter. Hier können Sie alles Wissenswerte rund um das Thema Krampfader lesen: von den Symptomen und Ursachen bis hin zu Behandlungsmethoden und vorbeugenden Maßnahmen.

Beinrückseite, an der man Krampfadern sieht

Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind knotig-erweiterte, teils erhabene Venenabschnitte, die sich sichtbar unter der Haut schlängeln. Zu den typischen Symptomen gehört eine bläuliche Färbung. Der Name kommt vom althochdeutschen ‚krimpfan‘ für ‚krümmen‘. Medizinisch werden sie Varizen (lat. ‚Varis‘ für ‚Knoten‘) genannt, das Leiden an sich nennt sich Varikose oder Varikosis.

Krampfadern sind auf nicht richtig schließende Venenklappen zurückzuführen. Der Rücktransport des Blutes funktioniert nicht mehr einwandfrei. Der Druck im Gefäß steigt. Die Venenwände sind dem steigenden Innendruck nicht gewachsen, leiern aus und eine Krampfader entsteht. Im Laufe der Zeit verursachen Krampfadern Schmerzen und andere Beschwerden. Hauptursache ist eine angeborene Schwäche der Venenwände oder Venenklappen.

Wo treten Krampfadern auf?

Es gibt verschiedene Körperregionen mit Krampfadern. Am häufigsten sind die oberflächlichen Venen der Beine inklusive deren zwei Hauptstämme, der Vena saphena magna und Vena saphena parva, betroffen. Auch an den Oberschenkeln und in den Kniekehlen können sie entstehen.

Krampfadern außerhalb der Beine kommen am Anus (Hämorrhoiden), am Hoden (Varikozele), an der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) und im Gesicht (Teleangiektasien) vor. Prinzipiell können sie überall auftreten, entstehen jedoch am häufigsten an den Beinen.

Grafische Darstellung der oberflächlichen Beinvene und der tiefen Beinvene

Welche Symptome bringen Krampfadern mit sich?

In den meisten Fällen verursachen Krampfadern keine Beschwerden, im weiteren Verlauf können unterschiedliche Symptome auftreten, wie zum Beispiel ein Spannungs- oder Schweregefühl, Juckreiz und nächtliche Fuß- oder Wadenkrämpfe. Typisch sind außerdem geschwollene Beine durch Wassereinlagerungen im Gewebe. In fortgeschrittenem Stadium sind die verdickten Venen in ihrer typischen geschlängelten und verästelten Form durch die Haut zu erkennen. Patientinnen und Patienten berichten auch von übermäßig warmen Beinen. Die Haut kann im Bereich der Krampfader bräunlich und pergamentartig werden. Es können Vernarbungen der Haut, Unterhaut und Faszien sowie ein Stauungsekzem entstehen. Manchmal leiden Krampfader-Patientinnen und Patienten auch unter einer Pilzerkrankung der Haut oder Zehennägel.

Bei sommerlichen Temperaturen, im Laufe des Tages oder nach längerem Stehen oder Sitzen können sich Schwellungen, Schmerzen, Spannungs- und Schweregefühl verstärken. Rückschlüsse vom Aussehen der Krampfadern auf die Beschwerden sind nicht möglich. Kaum sichtbare Varizen können sehr schmerzhaft sein, stark ausgeprägte Adern kaum Schmerzen verursachen.

Neben diesen Beschwerden empfinden Betroffene ihre Hautveränderungen oft als unästhetisch. Sie meiden es, ihre Beine zu zeigen. Der Leidensdruck kann so groß werden, dass sie auch ohne starke körperliche Symptome eine Behandlung in Betracht ziehen.

Welche Komplikationen gibt es bei Krampfadern?

Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)

Eine langjährige schwere Krampfaderbildung in oberflächlichen Venen wie auch eine Gerinnsel- oder Thrombosebildung in tiefen Venen können nach Jahren oder Jahrzehnten in ein chronisches Venenversagen übergehen – eine chronisch-venöse Insuffizienz (CVI). 

Oberflächlichen Venenentzündung

Aufgrund der niedrigeren Fließgeschwindigkeit in den Krampfadern ist die Gefahr von Blutgerinnseln erhöht. Wenn sich diese entzünden, spricht man von einer oberflächlichen Venenentzündung. Hier ist die fachärztliche Behandlung umgehend nötig, um eine Ausdehnung auf das tiefe Venensystem und eine Thrombose zu verhindern.

Tiefen Venenthrombose (Phlebothrombose)

Eine Krampfader kann auch die Entstehung einer tiefen Venenthrombose (Phlebothrombose) begünstigen. Dort staut sich das Blut und verklumpt zu einem Gerinnsel. Das Bein schwillt an. Wenn diese Komplikation nicht umgehend behandelt wird, droht eine dauerhafte Schädigung der Venenklappen. Weil Teile des Blutgerinnsels bis in die Lunge geraten und dort eine Embolie verursachen können, ist eine tiefe Beinvenenthrombose lebensbedrohlich.

Offenes Bein (Ulcus cruris)
 

Wenn eine sich verschlechternde Krampfader-Erkrankung über Jahre nicht behandelt wird, riskiert man, dass das venöse Blut ins oberflächliche Venensystem ausweicht und vermehrt im Unterschenkel versackt. Die Haut in der Knöchelregion kann dadurch so stark geschädigt werden, dass sie dem Druck nicht mehr standhält und ein offenes Bein (Ulcus cruris) die Folge ist.
 

Welche Ursachen gibt es für Krampfadern?

Krampfadern sind meistens auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen. Eine vererbte Venen- oder Bindegewebsschwäche lässt Venen ausleiern. Zweite Hauptursache ist das fortgeschrittene Lebensalter. Denn die langjährige Belastung der täglich arbeitenden Venen beeinträchtigt die Stabilität der Venenwände und damit auch das vollständige Schließen der Venenklappen.

Hauptursachen für Krampfadern

Vererbte Venen- und Bindegewebsschwäche
Zunehmendes Alter

Seltene bzw. verstärkende Ursachen

Beinverletzungen
Vorausgehende Gefäßerkrankungen wie eine tiefe Beinvenenthrombose
Nikotin- und Alkoholkonsum
Bluthochdruck
Bewegungsmangel (z. B. stehende oder sitzende Tätigkeit)
Übergewicht
Hormonelle Umstellungen wie Schwangerschaft oder Wechseljahre(Meist bilden sich durch Schwangerschaft bedingte Krampfadern nach der Geburt vollständig zurück.)
Einnahme von Hormonpräparaten (z. B. Anti-Baby-Pille)
Einengende Kleidung
Schuhe mit hohen Absätzen
Extreme Wärmezufuhr

Von Krampfadern sind rund 20 Prozent mehr Frauen als Männer betroffen. Die Komplikation der Lungenembolie ist allerdings gleichverteilt, was darauf zurückzuführen ist, dass Männer meist später ärztlichen Rat einholen.

Wie kann man Krampfadern vorbeugen?

Auch wenn Krampfadern meist genetisch bedingt sind, können Sie einiges zur Vorbeugung machen. So lässt sich manche Krampfader ganz vermeiden oder die Verschlimmerung aufhalten. Denn die Elastizität der Venenwände und einen ungehinderten Blutstrom kann man aktiv positiv beeinflussen, egal ob ein erhöhtes Risiko vorliegt oder nicht.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Präventives Tragen von Kompressionsstrümpfen
  • Regelmäßiger Ausdauersport (Schwimmen, Walking etc.)
  • Venengymnastik
  • Bewegung im Alltag (z. B. Treppensteigen, Anheben der Zehen und Fersen im Sitzen, regelmäßiges Aufstehen)
  • Kein Überkreuzen der Beine
  • Wechselduschen bei Krampfadern
  • Ausreichendes Trinken
  • Passende Bekleidung (kein Einschnüren, flache Schuhe mit weicher Sohle oder auch mal barfuß)
  • Gesunde Ernährung (ausgewogen und ballaststoffreich, Omega-3-Fettsäuren)
  • Übergewicht vermeiden
  • Behandlung von Bluthochdruck
  • Hochlegen der Beine
  • Starke Hitze wie Sauna oder pralle Sonne meiden
  • Massage mit durchblutungsfördernden Ölen

 

Diagnose von Krampfadern

Die medizinischen Fachrichtungen, die sich Krampfadern widmen, sind Innere Medizin, Angiologie, Phlebologie und spezialisierte Allgemeinmedizin.

Die ersten Schritte einer Untersuchung sind die Anamnese, das Abklären von familiärer Vorbelastung und Risikofaktoren. Danach folgen das Abtasten und Betrachten der betroffenen Adern, vor allem die Mündungsstellen der oberflächlichen Venen ins tiefe Venensystem in den Leisten, Kniekehlen und an den Unterschenkeln. Dabei nimmt der bzw die Behandelte nacheinander eine stehende, sitzende und liegende Haltung ein. Eine erhöhte Temperatur der Haut, Verhärtungen, Hautrötungen oder druckempfindliche Stellen können auf oberflächliche Venenentzündungen hinweisen. Die Fußpulse werden getastet.

Das häufigste diagnostische Verfahren bei Krampfadern ist dann die Ultraschalluntersuchung mittels farbkodierter Duplexsonographie mit Doppler-Ultraschallsonde. Damit lassen sich Störungen der Blutzirkulation, nicht vollständig schließende Venenklappen und die Ausdehnung des Venenschadens gut erkennen. Über eine Farbskala lässt sich die Strömungsrichtung des Blutes darstellen.

Die Lichtreflexionsrheographie erfasst die Pumpfunktion der Venen, die Venenverschlussplethysmographie das Fassungsvermögen und den Abstrom. Diese zwei Methoden sind noch gängig, vor allem im Rahmen von Verlaufskontrollen schwerer Venenerkrankungen sowie vor und nach Eingriffen.

Druckmessungen wurden früher häufig eingesetzt. Diese sind heutzutage meist von modernen und zuverlässigeren Untersuchungsmethoden einschließlich neuer bildgebender Verfahren abgelöst worden. Auch die Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie) wird kaum noch verwendet. Die Magnetresonanztomografie (Kernspin-Phlebographie) oder kontrastmittelgestützte Computertomografie kommt nur bei selteneren Krankheitsbildern zum Einsatz.

Laboruntersuchungen einzelner Blutgerinnungsfaktoren können wichtig sein, wenn eine tiefe Beinvenenthrombose oder gar eine Embolie ohne erkennbare Ursache vorliegt.

Einteilung der Krampfadern

Krampfadern lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren:

Einteilung nach Entstehung

  • Primäre idiopathische (ohne erkennbare Ursache) Varikosis, verursacht durch genetische Veranlagung (ca. 95 % der Fälle)
  • Sekundäre Varikosis infolge anderer Venenerkrankungen wie der tiefen Beinvenenthrombose, Entstehung eines Umgehungskreislaufs über das oberflächliche Venensystem (ca. 5 % der Fälle)

Einteilung nach Schweregrad

Angelehnt an die Klassifikation der chronisch-venöse Insuffizienz (CVI) nach Widmer, modifiziert nach Marshall werden die Schweregrade unterschieden.

  • Grad-1-Krampfadern: keine Beschwerden; keine Komplikationen
  • Grad-2-Krampfadern: Beschwerden (Empfindungsstörung, Juckreiz, Schwere-, Spannungsgefühl, leichte Schwellneigung, Wadenkrämpfe, Schmerzen etc.); keine Komplikationen
  • Grad-3-Krampfadern: Beschwerden (wie Grad 2, stärker ausgeprägt); Komplikationen: trophische Hautstörungen (Verhärtung, Pigmentierungen, Ekzem etc.); Entzündung der Krampfader
  • Grad-4-Krampfadern: Beschwerden (wie Grad 3); Komplikationen (wie Grad 3, stärker ausgeprägt); offenes Ulcus cruris

Einteilung nach symptomatischer Ausprägung

Hier wird die klinische Ausprägung einer Varikose nach der CEAP-Klassifikation** (158, 239, 267) unterschieden. Diese Einteilung hat sich international durchgesetzt.

  • C0: Keine sichtbaren Zeichen einer Venenkrankheit
  • C1: Besenreiser und retikuläre Varizen
  • C2: Varikose ohne Zeichen einer CVI (Chronisch-venöse Insuffizienz)
  • C3: Varikose mit Ödem
  • C4: Varikose mit Hautveränderungen
  • C4a: Varikose mit Pigmentierung, Ekzem
  • C4b: Varikose mit Dermatoliposklerose (chronisch entzündliche Hautreaktion), Atrophie blanche (weiße, atrophische Narbenherde)
  • C5: Varikose mit Narbe eines Ulcus cruris
  • C6: Varikose mit floridem Ulcus cruris (im Volksmund „offenes Bein“)

Bei C1 bis C6 kann zusätzlich A = asymptomatisch oder S = symptomatisch angegeben werden.

** CEAP steht für "Clinical condition" (klinischer Befund), "Etiology" (Ätiologie, Ursache), "Anatomic localisation" (Lokalisierung, Ort des Auftretens) sowie "Patophysiology" (Pathophysiologie, Art der krankhaften Veränderung).

Einteilung nach betroffener Vene

Auch nach der erkrankten Vene lassen sich Krampfadern unterscheiden.

  • Stammvarikose: Funktionsstörung der großen und der kleinen oberflächlichen Stammvene
  • Seitenastvarikose: funktionsgestörte Seitenäste der großen Stammvenen
  • Perforansvarikose: funktionsgestörte Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem (auch Blow out*)
  • Retikuläre Varikose: funktionsgestörte kleine Venen unmittelbar unter der Haut (1-3 mm Durchmesser)
  • Besenreiser-Varikose: funktionsgestörte dünnste Vene in der Haut (< 1 mm)

* Das Blut strömt unter hohen Druck von der Muskelvene zur Unterhaut. Dadurch wird die oberflächliche Vene aufgeweitet und erscheint als sichtbare, kugelige Schwellung.

Was tun gegen Krampfadern?

Für die Behandlung von Krampfadern stehen verschiedene konservative und invasive Methoden zur Wahl. Diese sollte immer nach allen notwendigen Untersuchungsergebnissen im ärztlichen Gespräch abgewogen werden. Dabei spielen Art der Krampfaderkrankheit, Stadium, eventuelle Begleitkrankheiten und die Wünsche der Patientinnen und Patienten eine Rolle. Eine konservative Behandlung kann das Fortschreiten der Krankheit stoppen. Ein Entfernen der erkrankten Vene ist allerdings nur durch (minimal-)invasive Verfahren möglich. Je nach Krankheitsbild ist eine Entfernung sogar medizinisch indiziert und dringend notwendig. Bei anderen Fällen kann der Zeitpunkt in Ruhe gewählt werden.

Konservative Mittel gegen Krampfadern

Betroffene versuchen manchmal, ihre Krampfadern mit Hausmitteln zu behandeln. Allerdings ist eine Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Venenmittel werden in Form von Sprays, Salben oder Gels zum Auftragen auf die Haut sowie als Kapseln zum Einnehmen angeboten. Verschiedenen Heilpflanzen wie Rosskastanie oder Rotes Weinlaub wird ein gefäßabdichtender Effekt nachgesagt. Mehr als eine leicht abschwellende Wirkung und eine subjektive Linderung darf allerdings nicht erwartet werden. Manche wenden Salben auf pflanzlicher Basis oder mit dem Gerinnungshemmer Heparin oder Chondroitinpolysulfat an. Ob die Wirkstoffe wirklich die Haut durchdringen und einen Effekt auf die Beinvenen haben, ist eher fraglich. Allerdings wird das regelmäßige Eincremen als wohltuende Massage empfunden und ist daher durchaus empfehlenswert.  

Sport und Wechselduschen sorgen zwar für eine bessere Durchblutung der Beine, helfen aber nicht, Krampfadern zu lindern, geschweige denn zu entfernen. Wer seine Krampfadern etwas kaschieren möchte, kann auf wasserfeste Abdeckcremes und Make-up zurückgreifen.

Bei den rezeptpflichtigen Mitteln sind zum Beispiel gerinnungshemmende Wirkstoffe wie niedermolekulare Heparine zum Spritzen, Cumarine sowie die sogenannten direkten oralen Antikoagulanzien geeignet. Darüber hinaus können auch Plättchenhemmer wie Acetylsäure verabreicht werden.

Wie helfen Kompressionsstrümpfe bei Krampfadern?

Mit Kompressionsstrumpf: funktionierende Vene

Bei Krampfadern ist eine konsequente Kompressionstherapie unverzichtbar und meist die Therapiemaßnahme der ersten Wahl. Der sanfte Druck von außen ist der Gegenspieler zum Innendruck der Gefäßwände. So verringert sich das Risiko für ein Ausleiern der Vene. Der Kompressionsstrumpf  stützt die Gefäße von außen ab. Der optimierte Blutfluss in den Beinvenen beugt einem Stau und einer lokalen Versackung des Blutes vor. Durch den Druck schließen Venenklappen besser und die Muskelpumpe der Venen funktioniert reibungsloser. Vorhandene Krampfadern können sich durch eine Kompressionsbehandlung nicht zurückbilden. Eine Verschlechterung kann allerdings oft vermieden und Symptome gelindert werden. Nach einer Entfernung von Krampfadern minimiert das Tragen von Kompressionsstrümpfen das Risiko für Schwellungen und Blutgerinnsel.

Die Krankenkasse übernimmt den Großteil der Kosten für zwei Paar Kompressionsstrümpfe im Jahr. Es gibt immer ein Produkt, dessen maximale Zuzahlung 10 Euro beträgt. Je nach Ausführung kann auch eine höhere Zuzahlung nötig werden. Um einen optimalen Effekt zu erzielen, sollten die Strümpfe exakt passen und werden daher im Sanitätshaus angemessen.

Ein Mann zieht einer Frau einen Kompressionsstrumpf an. Die Kulisse wirkt märchenhaft wie bei Aschenputtel.

Juzo Soft

Das besonders feine Mikrofasergestrick dieses Kompressionsstrumpfes verbindet Klima- und Tragekomfort.

Ein Mann mit Entdecker-Outfit steht in der Natur und schaut in die Ferne. Er trägt kniehohe Kompressionsstrümpfe.

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Der hohe Anteil natürlicher Baumwolle macht diesen Kompressionsstrumpf perfekt für Outdoor-Aktivitäten und Sport.

Ein Bein mit Kompressionsstrümpfen. Darum wickelt sich eine Schlange.

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Patentiertes Gestrick – für leichtes An- und Ausziehen.
 

Schwarze Schachfiguren liegen auf einem Juzo Dynamic Strumpf

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Invasive Verfahren bei Krampfadern

Wenn zusammen mit dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin entschieden wird, die Krampfader zu entfernen, und hierfür kein anderer medizinischer Grund im Wege steht, gibt es verschiedene empfohlene Methoden, die auch kombiniert werden können.

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts setzten sich operative Methoden durch, bei denen nicht mehr das gesamte Bein aufgeschnitten werden musste. Beim sogenannten Stripping wird die erkrankte Stammvene per Sonde gezogen. Dies ist die in Deutschland am meisten angewandte Therapieform, die auch von der Krankenkasse erstattet wird. Ist ein anderes Verfahren aus medizinischer Sicht vielversprechend, lohnt es sich, eine eventuelle Kostenübernahme mit der Kasse zu klären. International überwiegen minimalinvasive endovenöse Verfahren.

Operatives Venenstripping und Mini-Phlebektomie

Bei einem Stripping oder Teilstripping werden erweiterte Stammvenen in einer Operation ganz oder teilweise entfernt. Über einen kleinen Schnitt in der Leiste führt der Chirurg eine Sonde in das Blutgefäß ein. Darüber wird die erkrankte Stammvene mitsamt ihren Seitenästen in einem Stück aus dem Bein herausgezogen. Für die Beseitigung von Seitenastvarizen wird eine Miniphlebektomie angewendet. Seltene Komplikationen des Krampfader-Strippings, auch Babcock-Methode genannt, sind Taubheitsgefühl und Kribbeln durch Verletzung kleiner Nerven im Bein, die beim Herausziehen der Vene geschädigt werden können. Häufig kommt es zu Blutungen im Unterhautgewebe und Blutergüssen. Eine anschließende konsequente Kompressionstherapie  ist erforderlich.

Crossektomie

Bei einer Crossektomie wird eine Stammkrampfader an der sogenannten Crosse durchtrennt, wo die betroffene Vene in die tiefe Beinvene mündet. Das verhindert den Rückstrom des Blutes. Da diese Methode unter örtlicher Betäubung stattfindet, ist sie besonders für ältere Menschen mit großen Krampfadern geeignet, bei denen das Risiko einer Vollnarkose zu hoch wäre. Auch bei diesem Eingriff ist eine anschließende Kompressionstherapie angeraten.

Verödung (Sklerotherapie; endovenös)

Mit einer feinen Nadel wird ein flüssiges Sklerosierungsmittel (Polidocanol) direkt in das erkrankte Gefäß injiziert. Bei größeren Krampfadern wird der Wirkstoff aufgeschäumt. Dieser beschädigt die Veneninnenwand, die darauf mit einem entzündlichen Prozess reagiert, verklebt und die Vene verschließt. Die Krampfader wird mit der Zeit in einen Bindegewebsstrang umgewandelt, was als Sklerose bezeichnet wird. Danach wird das zusätzliche Gewebe abgebaut. Dementsprechend ist der Behandlungserfolg erst nach einigen Wochen vollständig sichtbar. Die Behandlung ist fast schmerzfrei. Der Körper baut das Sklerosierungsmittel innerhalb 48 Stunden ab und scheidet es aus. Eine anschließende konsequente Kompressionstherapie  wird empfohlen. Oft sind mehrere Behandlungen nötig, da die Wirkstoffmenge pro Sitzung aus medizinischen Gründen begrenzt ist. Mit der Verödung können bis auf die Stammvarikosen alle Krampfadertypen behandelt werden.

Radiofrequenz- und Lasertherapie (thermisch, endovenös)

Bei diesen beiden endovenösen thermischen Katheterverfahren werden die Varizen durch Hitze verschlossen. Als Hitzequellen werden entweder energiereiche Laserlicht oder elektromagnetische Wellen eingesetzt. Die rotierende Sonde wird über einen Katheter durch die Krampfader bis kurz vor die Einmündung in die tiefe Beinvene in der Leiste geführt. Beim langsamen Zurückziehen erhitzt die ringsum abgegebene Energie die Venenwand mit bis zu 120 Grad. Dadurch zieht sich das Gefäß zusammen und löst sich mit der Zeit auf. Seitenäste werden danach meist durch Mini-Stripping entfernt. Aufgrund der hohen Temperatur sind eine Kühlung und meist eine Narkose notwendig. Ein Schnitt in der Leiste wie beim Stripping ist nicht nötig. Dadurch ist die Gefahr, Lymphgefäße und Nervenstämme zu verletzen, minimal. Die Prozedur ist recht schmerzfrei. Behandelte Personen können sofort wieder aufstehen, spätestens nach einem Tag wieder nach Hause gehen und sind nach einer Woche meist wieder arbeitsfähig. Eine anschließende Kompressionsbehandlung ist notwendig.

Selten angewendet werden die venenerhaltenden und Blutfluss korrigierenden Behandlungsmethoden CHIVA und Valvuloplastie, bei denen die Krampfader im Körper verbleibt, sowie die mechanochemische Ablation, bei der ein rotierender Katheter die Venenwand zerstört und zusätzlich eine Sklerosierung durchgeführt wird. Auch die Behandlung mit einem Venenkleber gehört zu den weniger verbreiteten Therapieformen.

Wann sollten Krampfadern entfernt werden?

Nicht immer werden Krampfadern als störend empfunden. Aber wann sollte man Krampfadern behandeln oder sogar entfernen lassen? Nachdem Krampfadern im Gegensatz zu Besenreisern nicht nur ein kosmetisches Problem darstellen, sondern auch Symptome und Komplikationen mit sich bringen können, sollten sie regelmäßig ärztlich untersucht und kontrolliert werden. Krampfadern bilden sich nicht von selbst zurück, sondern verschlimmern sich meist mit zunehmendem Lebensalter. Sobald auftretende Beschwerden, nicht durch andere Behandlungen gelindert werden können, oder Komplikationen auftreten, sollten die erkrankten Adern zeitnah entfernt werden. Egal ob eine Entfernung bevorsteht oder nicht, eine Krampfader sollte immer mit einer Kompressionstherapie behandelt werden.

Ob Varizen möglichst früh entfernt werden sollen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

 

Was ist nach der Entfernung oder invasiven Behandlung von Krampfadern zu beachten?

Die Entfernung oder Behandlung der Krampfadern haben Sie erfolgreich hinter sich gebracht? Jetzt sind ein paar Dinge zu beachten, damit die Heilung optimal verläuft. Je nach Methode sollten Sie Folgendes beachten:

Achtsamkeit nach Narkose

Nach einer Narkose sollten Sie sich nach Hause begleiten bzw. bringen lassen. 24 Stunden sollten Sie nicht Auto fahren und auch nicht alleine das Haus verlassen. Auch Alkoholkonsum und das Bedienen schwerer Maschinen sind in den ersten Tagen nicht ratsam. Bei Komplikationen wie Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost, Schmerzen und Atemprobleme sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.

Medikamente einnehmen

Verordnete Medikamente sollten nach Vorschrift eingenommen werden.

Verband angelegt lassen

Der angelegte Verband sollte erst bei Ihrem ersten Nachfolgetermin vom medizinischen Personal entfernt werden.

Kompressionsstrümpfe tragen

Danach müssen die Kompressionsstrümpfe konsequent getragen werden, solange wie sie verordnet wurden.

Bewegung

Langsame Spaziergänge, gerne in Begleitung, sind erlaubt, sobald Sie sich in der Lage fühlen. Sie tragen zur Genesung bei. Mit Sport sollten Sie erst nach ärztlicher Rücksprache beginnen.

Intensives Licht und Hitze vermeiden

Hitze und intensives Licht wie in der Sauna oder beim Sonnenbad sollten solange vermieden werden, bis die Wunde verheilt ist. Warmes Duschen ist erlaubt.

Beine hochlegen

Vor allem in den ersten Tagen sollten Sie Ihre Beine immer wieder hochlegen, um für Entlastung zu sorgen. Das beugt einem Lymphstau vor. Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen und das Übereinanderschlagen der Beine.

Kontrolle

Um den Heilungsverlauf abzusichern und möglichen Komplikationen frühzeitig entgegenzuwirken, sollten Sie unbedingt Ihre Kontrolltermine wahrnehmen.

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