25.09.2026
8. Schweizer Lymphsymposium
Rund 300 Teilnehmende kamen zum 8. Schweizer Lymphsymposium in Zürich zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Lymphologie zu diskutieren, wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen und sich interdisziplinär zu vernetzen.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Stephan Wagner in Zusammenarbeit mit Dr. med. Denise Luchsinger stand die Veranstaltung in diesem Jahr unter dem Leitthema „Spannungsfeld Lymphologie“ und widmete sich insbesondere der Diagnostik und Therapie lymphologischer Erkrankungen sowie vaskulärer Malformationen bei Kindern und Jugendlichen.
Zum Auftakt des Symposiums gab Prof. Dr. med. Etelka Földi einen Einblick in die Geschichte der Lymphologie, die sie seit mehr als sechs Jahrzehnten maßgeblich mitgeprägt hat.
I. Die neue AWMF S3-Leitlinie Lymphödem im Fokus der Therapie bei Ödemen der unteren Extremitäten
Der erste Themenblock widmete sich den neuen AWMF-S3-Leitlinien Lymphödem sowie aktuellen Entwicklungen in der gynäkologischen und urologischen Chirurgie. PD Dr. med. Franziska Siegenthaler und Dr. med. Lujza Brunaiova beleuchteten die häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen sowie Männern und gingen auf den aktuellen Forschungsstand, moderne Operationsverfahren sowie die Bedeutung der Lymphknotendiagnostik für die Therapieplanung ein.
Anhand klinischer Fallbeispiele verdeutlichten Dr. med. Stephan Wagner und Dr. med. Denise Luchsinger die Herausforderungen in der langfristigen Versorgung von Menschen mit Lymphödemen. Dabei wurde deutlich, dass der Behandlungsbedarf individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann und manche Betroffene intensive Unterstützung benötigen, um ihre chronische Erkrankung anzunehmen und aktiv zu managen. Zudem hoben die Referierenden hervor, dass operative Verfahren keine Heilung des Lymphödems darstellten, jedoch eine deutliche Verbesserung des Krankheitsbildes und eine weiterführende Therapie häufig weiterhin erforderlich bleibe. Insbesondere bei Kindern sei die Unterstützung durch Familie und Bezugspersonen entscheidend. Ziel müsse es sein, Patientinnen und Patienten zu befähigen, langfristig Verantwortung für ihr eigenes Krankheitsmanagement zu übernehmen.
Welche Voraussetzungen hierfür notwendig seien, erläuterte Physiotherapeutin Claudia Lessert. Für ein erfolgreiches Selbstmanagement reichten Wissen und Aufklärung allein nicht aus. Ebenso wichtig seien Motivation, praktische Fertigkeiten, etablierte Routinen sowie die Unterstützung durch Fachpersonen, Familie und soziales Umfeld. Nur so könne eine nachhaltige Therapieadhärenz erreicht werden.
II. Die Lymphologie und vaskuläre Malformationen von Kindheit an
Der zweite Veranstaltungsblock widmete sich lymphologischen Erkrankungen und vaskulären Malformationen im Kindes- und Jugendalter. Dr. med. Isabelle Luchsinger stellte das primäre Lymphödem bei Kindern vor, das als seltene Erkrankung gelte und häufig im Zusammenhang mit genetischen Erkrankungen auftrete. Trotz zunehmender Forschung bestünden in diesem Bereich weiterhin erhebliche Wissenslücken. PD Dr. med. Sarah Bernhard erläuterte die Unterschiede zwischen lymphatischen Malformationen und vaskulären Anomalien und stellte aktuelle diagnostische sowie therapeutische Möglichkeiten vor. Dabei betonte auch sie die Bedeutung eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts unter Einbeziehung des familiären und sozialen Umfelds.
Im Anschluss ging PD Dr. med. Ralph Gnannt auf die Sklerotherapie als Behandlungsoption bei vaskulären Malformationen ein. Er erläuterte, dass insbesondere die anatomische Lokalisation sowie das Nebenwirkungsspektrum die Wahl des Sklerosierungsmittels beeinflussten. Zugleich unterstrich er die zunehmende Bedeutung molekulargenetischer Erkenntnisse für die Therapiewahl. Entscheidend für die konkrete Behandlung blieben jedoch stets die individuellen Beschwerden und Bedürfnisse der Betroffenen.
Einen Überblick über moderne rekonstruktive Operationsverfahren gab Prof. Dr. med. Nicole Lindenblatt. Sie stellte lymphovenöse Anastomosen (LVA) sowie Lymphknoten-Venen-Anastomosen (LNVA) vor und erläuterte deren Kombination mit liposuktiven Verfahren. Als bevorzugtes Spendergewebe komme dabei häufig das Omentum zum Einsatz, deutlich seltener Gewebe aus der Axilla oder dem Halsbereich. Den konservativen Therapieansatz bei Kindern mit Lymphödem beleuchtete Physiotherapeutin Eva-Maria Streicher. Sie betonte, dass die Prinzipien der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) auch im Kindesalter gälten, die Behandlung jedoch individuell an die Bedürfnisse der jungen Patientinnen und Patienten angepasst werden müsse. Besonders wichtig seien eine altersgerechte Umsetzung sowie ein frühzeitiger Therapiebeginn, um die Akzeptanz und Integration der Kompressionsversorgung in den Alltag zu fördern.
Ein weiteres praxisrelevantes Thema griff Dr. med. et lic. iur. Konrad Imhof auf. Der Vertrauensarzt erläuterte die Rahmenbedingungen und Entscheidungswege bei der Kostenübernahme medizinischer Leistungen in der Schweiz, beispielsweise im Zusammenhang mit Off-Label-Anwendungen von Arzneimitteln.
Zum Abschluss fasste Dr. med. Stephan Wagner die wichtigsten Erkenntnisse des Tages zusammen und dankte den Referierenden sowie den Teilnehmenden für den intensiven fachlichen Austausch. Gleichzeitig lud er bereits zum 9. Schweizer Lymphsymposium am 18. September 2027 ein.
Julius Zorn GmbH
Juzo mit Hauptsitz im bayerischen Aichach wurde 1912 in Zeulenroda (Thüringen) gegründet und beschäftigt weltweit über 1.100 Mitarbeitenden. Mit der Schwesterfirma in den USA und den verschiedenen Tochterfirmen und Vertriebsorganisationen in Europa und Kanada bedient der Hersteller medizinischer Hilfsmittel einen internationalen Markt. Als Spezialist mit über 100 Jahren Erfahrung in der Kompressionstherapie hat Juzo es sich zur Aufgabe gemacht die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern und Beschwerden nachhaltig zu lindern. Dafür produziert das Unternehmen innovative Produkte – größtenteils „Made in Germany“ – aus den Bereichen Phlebologie, Lymphologie, Narbenmanagement und Orthopädie wie Kompressionsversorgungen in Rund- und Flachstrick sowie Bandagen und Orthesen. Neben den Produkten der Fachhandels-Marke Juzo gibt es die Juzo Akademie mit Fortbildungen für den medizinischen Fachhandel, die Marke sportomedix mit hochfunktionellen Produkten für ambitionierte Sportlerinnen und Sportler und die Marke EquiCrown mit medizinischen Kompressionsbandagen für Pferde. Mit Hightech, Handarbeit und Herzblut arbeiten die Mitarbeitenden bei Juzo an innovativen und individuellen Lösungen für mehr Lebensfreude in Bewegung. Weitere Infos unter juzo.de

