Neue med. Leitlinie zur Kompressionstherapie
Die medizinische Leitlinie zur Kompressionstherapie der Extremitäten wurde aktualisiert. Zur Unterstützung Ihrer täglichen Arbeit haben wir relevante Informationen zusammengefasst.

Die neue AWMF-Leitlinie ist endlich da
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) koordiniert die Entwicklung medizinischer Leitlinien in Deutschland und schafft damit eine wichtige Orientierung für die evidenzbasierte Versorgung. AWMF-Leitlinien sind Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte sowie andere Gesundheitsberufe, wie bestimmte Krankheiten untersucht, behandelt und nachbetreut werden sollten.
Für Sie im Fachhandel bietet die neue Leitlinie zur Kompressionstherapie der Extremitäten mehr Sicherheit bei der Beratung und bei der Versorgung Ihrer Patientinnen und Patienten. Auch in der Argumentation mit beispielsweise Ärzteschaft und Kostenträgern sind medizinische Leitlinien hilfreich.
Relevante Neuerungen im Überblick
Medizinische Adaptive Kompressionssysteme (MAK) gestärkt
Medizinische adaptive Kompressionssysteme (MAK) werden in der neuen Leitlinie deutlich stärker berücksichtigt. Sie werden nicht mehr nur für die initiale Entstauungsphase, sondern bei verschiedenen Indikationen auch als anwenderfreundliche Option für die längerfristige Therapie empfohlen. Die Leitlinie hebt insbesondere die einfache Handhabung und den Beitrag zur Therapietreue hervor.
Kompression zur Schmerzlinderung bei Lipödem klar benannt
Die Leitlinie stellt ausdrücklich klar, dass die medizinische Kompressionstherapie eine etablierte Basistherapie zur Schmerzreduktion beim Lipödem ist. Die Schmerzbehandlung hatte bereits die medizinische Leitlinie zum Lipödem aus dem Jahr 2024 in den Fokus gestellt. Auch MAK können laut Leitlinie zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
Vorteile der Flachstrickversorgung hervorgehoben
Wie schon die vorherige Leitlinie eindeutig empfohlen hat, soll bei relativ großen Umfangsänderungen bzw. konisch geformten Beinen oder Armen mit Flachstrick versorgt werden. Auch bei vertieften Gewebefalten soll mit flachgestrickter Kompression versorgt werden. Denn Flachstrick hat im Gegensatz zu Rundstrick den Vorteil, dass diese Strickart eine höhere Steifigkeit hat. Zudem können so Druckspitzen sowie Einschnürungen vermieden werden.
Nachtversorgung erstmals berücksichtigt
Erstmals erwähnt wird die nächtliche Kompressionstherapie bei Lymphödemen. Beschrieben wird diese Möglichkeit für Lymphödem-Patientinnen und -Patienten, die nach dem Ablegen der Kompressionsversorgung über die Nacht eine Ödemzunahme entwickeln.
Erweitertes Indikationsspektrum
Neben Venen- und Ödemerkrankungen berücksichtigt die Leitlinie weitere Anwendungsgebiete der medizinischen Kompressionstherapie. Dazu gehören beispielsweise entzündliche Dermatosen der Beine sowie bestimmte Indikationen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen.


