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3. Internationales Lymphologisches Symposium

State of the Art:
Building bridges "Lymphoedema"

26.05.2018 - Gent (Belgien)

„State of the art: building bridges lymphoedema“ – unter diesem Motto stand das 3. Internationale Lymphsymposium von Juzo, das am 26. Mai 2018 in Gent, Belgien stattfand. Unter der wissenschaftlichen Leitung von MD PhD Robert J. Damstra, Dermatologe im Nij Semllinghe Hospital in Drachten (Niederlande) wurde zusammen mit der Julius Zorn GmbH (Deutschland) eine Plattform zum interdisziplinären Wissensaustausch zu lymphologischen Themen geschaffen. Rund 180 Teilnehmer aus 16 verschiedenen Ländern waren nach Gent angereist, um sich die verschiedenen Fachvorträge anzuhören und im Anschluss darüber zu diskutieren. Dank Simultandolmetschern konnten die Besucher den englischsprachigen Vorträgen auch auf Niederländisch oder Französisch folgen.

„Building bridges“ – Brücken unterschiedlichster Art waren Thema der Veranstaltung, sei es zwischen medizinischen Aspekten in Behandlung und Erfahrung oder zwischen medizinischen Fachhändlern, Therapeuten und Ärzten aus verschiedenen Ländern. Auf dem Programm standen unter anderem Neuentwicklungen in der interdisziplinären Chirurgie beim Lymphödem sowie neue Erkenntnisse in der Pathophysiologie, bei Ödemen oder Wunden. Auch über genetische Ursachen von Ödemen und den interdisziplinären Anspruch an die konservative Therapie wurde referiert. 

Anregung zum Selbstmanagement

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte MD PhD Robert J. Damstra die zahlreichen Besucher. Mit dem neuen Modell der adaptiven Therapie sollten klare Rahmenbedingungen für den Patienten geschaffen werden sowie das Selbstmanagement angeregt werden. Damit solle der Patient mehr in den Fokus gerückt werden und zur positiven Entwicklung der Therapie beitragen. Mit den Europäischen Referenznetzen der Europäischen Union solle Sachverständigen und Fachzentren aus allen Ländern eine Plattform für den Wissensaustausch geboten werden.

Im Anschluss referierte MD Harry G. J. M. Voesten, Nij Semllinghe Hospital in Drachten (Niederlande), über die interdisziplinäre Reduktionschirurgie beim Lymphödem. Er zeigte verschiedene Operationsmethoden beim Fuß-, Genital oder Abdominalödem. MD Voesten betonte, dass Kompression immer die Situation verbessere und gut für den Patienten sei. 

Die Blickpunkte der konservativen Lymphödemtherapie thematisierte Prof. Dr. Nele Devoogdt, KU Leuven / Universität Leuven (Belgien) in ihrem Fachvortrag. Es sei leicht, das Ödem zu reduzieren, aber schwierig, die Erfolge zu erhalten. Sie arbeite momentan an einer Studie zur Verbesserung der Manuellen Lymphdrainage. Darin würden unter anderem eine spezielle Daumen-Technik und die Fluoroskopie-geführte Manuelle Lymphdrainage genauer beleuchtet.

Lipofilling bei Brustkrebspatienten

MD Liesbeth Vandermeeren, University Medical Center Sint Pieter in Brüssel (Belgien), erläuterte die Methode des axillären Lipofillings. Bei Brustkrebspatienten mit venöser Beeinträchtigung sei die Eigenfetttransplantation im Bereich der Achsel vielversprechend. Im Anschluss an die Operation sollten laut MD Vendermeeren schnellstmöglich sowohl die Manuelle Lymphdrainage als auch die Kompressionsbandagierung erfolgen.

Über das Thema Genetik beim Lymphödem sprach MD Prim. Tanja P. Ručigai, University Medical Cetre Ljublijana (Slovenien). Sie gab einen Überblick über die verschiedenen Gendefekte bei primären Lymphödemen. Gendefekte würden mehr und mehr erforscht, was auch zunehmend für die Zukunft wichtig ist.

Inwieweit Übergewicht die Lymphlast beeinflusst, thematisierte MD PhD Robert J. Damstra, der wissenschaftliche Leiter des Symposiums, in seiner Präsentation. Übergewicht, Fett, Entzündungen und Ödem bildeten einen Kreislauf, dem durch Kompression entgegengewirkt werden könne.

Laut MD PhD Tonny Karlsmark, Institut für Klinisk Medicin im Bispebjerg-Frederiksberg Hospital in Kopenhagen (Dänemark), scheint ein niedriger Wassergehalt in den Wundrändern entscheidend für den Heilungsverlauf von venösen oder traumatischen Ulzerationen zu sein. Mithilfe der TDC (Tissue Dielectric Constant) könne am Wundrand der Effekt der Kompressionstherapie kontrolliert werden.

Physiotherapie und Klinimetrie bei der Behandlung von Lymphödemen waren das Thema des Vortrags von PhD candidate Ad Hendrickx, Dutch Expert Centre for Lymphovascular Medicine in Drachten (Niederlande) sowie Hanze Univerity of Applied Sciences Groningen (Niederlande). Bei chronischen Erkrankungen würden bei Routinebesuchen die Entwicklung der Krankheit sowie Komplikationen beobachtet. Dabei sei es wichtig festzulegen, wer, was und wann kontrolliert.

Zusätzliche Therapieinstrumente

BsC Hons Denise Hardy, Kendal Lymphology Centre in Kendal, Cumbria (UK), zeigte anschaulich die Entwicklung der Lymphödemtherapie in Großbritannien auf. Das Selbstmanagement müsse mehr in die traditionelle Therapie integriert werden, denn nur die Zusammenarbeit im Team mit dem Patienten führe zu erfolgreichen Ergebnissen. Neben den gängigen Instrumenten spielten auch die psychologische Unterstützung und zusätzliche Instrumente, wie z.B. Kinesiotaping, eine Rolle in der Therapie.

Kritisch beleuchtet wurde die Kosteneffektivität der Manuellen Lymphdrainage im Vortrag von PhD Prof. Dr. Albert Leduc, Prof. Emeritus Vrije Universiteit in Brüssel (Belgien), PhD Prof. Dr. Olivier Leduc und MSc Romain Barbieux. Die Kosten der Lymphödembehandlung würden nur einen unwesentlichen Teil der gesamten Gesundheitskosten ausmachen. Die Manuelle Lymphdrainage könne als einziger Teil der physischen Behandlungen beim Lymphödem auf alle Körperteile angewandt werden.

Interaktive Fragerunde

Zum Abschluss des Tages fand eine „Ask the Experts“-Runde statt. Über ein Portal konnten die Zuhörer selbst Fragen zu den Fachvorträgen beantworten. Die Ergebnisse wurden anschließend gemeinsam diskutiert. In den Pausen hatten die Symposiumteilnehmer Gelegenheit, eine praktische Demonstration zu den Juzo SoftCompress Kompressionsbinden sowie zu Juzo ACS light Kompressionssystemen zu besuchen. 

Abschließend bedankten sich MD PhD Robert Damstra, Jürgen Gold, Prokurist der Julius Zorn GmbH, und Johan van Dongen, Managing Director Juzo Benelux BV, bei allen Referenten.

Referenten

Robert J. Damstra, MD PhD

Dermatologe
Nij Smellinghe Krankenhaus
Drachten, Niederlande


Obesity influencing lymphatic load: A new approach

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Prof. Dr. Nele Devoogdt, PT

Physiotherapeut
KU Leuven
Abteilung für Rehabilitationswissenschaften
Leuven, Belgien

Denise Hardy, BSc Hons

Nurse Consultant
Kendal Lymphologie Zentrum
Kendal, Cumbria, Vereinigtes Königreich


The patient journey in UK

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Ad Hendrickx, Doktorant

Physiotherapeut
Niederländisches Expertenzentrum für lymphovaskuläre Medizin
Drachten, Niederlande
Doktorant
Hanze University of Applied Sciences
Groningen, Niederlande


Physiotherapy and clinimetrics in the treatment of lymphoedema

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Tonny Karlsmark, MD PhD

Klinischer Dozent
Institut für Klinisk Medizin
Bispebjerg-Frederiksberg Krankenhaus
Kopenhagen, Dänemark

Prof. Dr. Albert Leduc, PhD

Prof. Emeritus Vrije Universiteit Brüssel
Ehrenpräsident der "European Society of Lymphology"
Brüssel, Belgien




Cost-effectiveness of MLD as part of integrated care


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Prim. Tanja P. Ručigaj, MD

Leitung Dermatovenereologische Klinik
Universitätsklinikum Ljubljana
Ljubljana, Slowenien

Genetics in lymphoedema: Input into daily clinical practice

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Dietmar J. O. Ulrich, MD PhD

Plastischer Chirurg
Professor und Vorstand
Abteilung für Plastische Chirurgie
Radboud Universitätsklinikum
Nijmegen, Niederlande

Liesbeth Vandermeeren, MD

Plastischer Chirurg
Universitätsklinikum Sint Pieter
Brüssel, Belgien

Harry G. J. M. Voesten, MD PhD

Chirurg
Nij Smellinghe Krankenhaus
Drachten, Niederlande

Impressionen vom 3. Internationalen Lymphologischen Symposium 2018

Mit den Besucherzahlen und auch der Resonanz auf die Veranstaltung waren die Initiatoren hochzufrieden.

In unseren Impressionen haben wir eine Auswahl an Bildern der Veranstaltung für Sie bereitgestellt. Weitere Bilder des 3. Internationalen Lymphologischen Symposiums 2018 finden Sie in unserer Bildergalerie online unter www.galerie.juzo.com. Das Passwort erhalten Sie von unserer Symposium-Ansprechpartnerin Dace Mezsarga