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6. Bochumer Lymphtag

Grenzfälle in der Lymphologie

28.01.2017 - Bochum

Die Grenzen in der Lymphologie sind fließend. Sei es bei der Differenzierung von Lymph-, Lip- und Phlebödemen, bei der Schweregrad-Klassifizierung eines Lymphödems oder bei der Frage nach lymphologischen Grenzfällen. Prinzipiell ließen sich alle lymphologischen Schwellungszustände erfolgreich therapieren. Eine Prognose über das Ausmaß des Erfolges könnten dagegen eher schwer getroffen werden. So Prof. Dr. med. Markus Stücker, leitender Arzt  am Interdisziplinären Venenzentrum des Klinikums der Ruhr-Universität Bochum, der als wissenschaftlicher Leiter durch den 6. Bochumer Lymphtag führte.

Ziel der mit 350 Gästen aus Fachhandel, Ärzteschaft und Therapie sehr gut besuchten Veranstaltung war es, ausgewählte lymphologische Probleme zu beleuchten und praxisrelevant zu diskutieren.

So referierte Frau PD Dr. med. Stefanie Reich-Schupke, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie am Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken, Bochum, über die Divergenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit in der lymphologischen Versorgung. Anhand der Befragungsergebnisse von 72 Patienten zeigte sie Defizite bei der Diagnose, Versorgung aber auch Anleitung zum Selbstmanagement auf. Generell gebe es mittlerweile gute Entwicklungen im Bereich der lymphologischen Versorgung, jedoch sei insbesondere die Therapie der Patienten noch verbesserungswürdig.

Altersbedingte kardiovaskuläre Erkrankungen wie z.B. Herzinsuffizienz können für Patienten mit sekundären Lymphödemen eine Limitation für die klassische KPE darstellen, zum anderen aber auch selbst zu Ödemen führen. Über die Bedeutung dieser Erkrankungen, ihrem Zusammenspiel, welche Symptome wichtig sind und deren Auswirkungen auf die KPE  berichtete Dr. med. Sören Sörensen, Leitender Oberarzt Innere Medizin am Krankenhaus Mainburg.

Prim. Dr. med. Christian Ure von der Lymphklinik Wolfsberg (Österreich) schilderte seine Erfahrungen bei Hals-, Kopf- und Gesichtslymphödemen nach HNO- und gesichts-/kiefer-chirurgischen Eingriffen. Verbesserungen könnten hier vor allem durch neue Operationstechniken, einen effektiveren Umgang mit Rezidiven und strahlenbedingten Folgeschäden, sowie durch logopädisch rehabilitative Maßnahmen erreicht werden.

Dr. med. Johannes Link, Oberarzt Sektion Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum für Herz- Thorax und Gefäßchirurgie in Ulm referierte zum Thema „Das post-ischäme Lymphödem“. Er beschrieb die Problematik der Diagnose und der Therapie bei Patienten mit lang andauernden Durchblutungsstörungen aus seiner Erfahrung als Chirurg.

Thiha Aung von der Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Regensburg stellte verschiedene operative Methoden vor: Von der Lymphknotentransplantation, über multiple lympho-venöse Anastomose bis zur Liposuktion erklärte er verschiedene OP-Verfahren und gab auch einen Ausblick, welche chirurgischen Methoden in Asien bereits angewandt werden und in den nächsten Jahren evtl. auch in Europa zum Einsatz kommen werden.

Die Schwierigkeiten bei der Diagnose, aber auch bei der Therapie von artifiziellen Lymphödemen beleuchtete Dr. med. Klaus-Peter Martin, Facharzt für Innere Medizin  und Chefarzt der Földiklinik Hinterzarten. Zwar sei deren Anteil an der Gesamtgruppe der sekundären Lymphödeme relativ klein. Es müsse jedoch von einer erhöhten Dunkelziffer ausgegangen werden, auch bedingt durch verkürzte Liegedauer in den Krankenhäusern und dem Zeitmangel bei der Erhebung der detaillierten medizinischen Vorgeschichte.

Eine Praxis-Demonstration von Martin Denzer, Fachlehrer für Manuelle Lymphdrainage/KPE,  zur Entstauung bei Ödemen im Hals-/Kopfbereich sowie der Vortrag von Physiotherapeut und Fachdozent Lymphologie Georgis Anastassopoulos zu den therapeutischen Aspekten bei Ödemen im Genitalbereich rundeten die Fortbildung ab.

Der 6. Bochumer Lymphtag wurde in Zusammenarbeit der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des St. Josef Hospitals und dem Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Klinik, Kliniken der Ruhr-Universität Bochum sowie der Juzo Julius Zorn GmbH Aichach durchgeführt.

Referenten

Georgios Anastassopoulos

Ödeme im Genitalbereich – Therapeutische Aspekte



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Prim. Dr. med. Christian Ure

Lymphödeme im Kopf-, Gesichts- und Halsbereich



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Dr. med. Klaus-Peter Martin

Das artifizielle Lymphödem – eine diagnostische und therapeutische Crux


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PD Dr. Stefanie Reich-Schupke

Wunsch und Wirklichkeit in der lymphologischen Versorgung


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Dr. med. Sören Sörensen

Lymphödeme in der Kardiologie

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Impressionen vom 6. Bochumer Lymphtag 2017

Mit den Besucherzahlen und auch der Resonanz auf die Veranstaltung waren die Initiatoren hochzufrieden. Die Vorbereitung für den 7. Bochumer Lymphtag am 27.01.2018 laufen bereits.

In unseren Impressionen haben wir eine Auswahl an Bildern der Veranstaltung für Sie bereitgestellt. Weitere Bilder des 6. Bochumer Lymphtags finden Sie in unserer Bildergalerie online unter www.galerie.juzo.com. Das Passwort erhalten Sie von unserer Symposium-Ansprechpartnerin Dace Zanker