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2. Internationales Phlebologisches Symposium

Phlebologisches Update

Entwicklungen und Ausblicke

11.11.2017 - Hamburg

Rund 150 Teilnehmer der Ärzteschaft, Therapeuten und Pflegekräfte sowie Versorgungsfachkräfte des medizinischen Fachhandels waren der Einladung von Juzo nach Hamburg gefolgt, um sich über den Stand der medizinischen Entwicklungen sowie über Ausblicke in der Phlebologie zu informieren.

Frau Prof. Dr. med. Stefanie Reich-Schupke, Inhaberin des einzigen deutschen Lehrstuhls für Phlebologie an der Ruhr-Universität Bochum, hatte dazu ein hochaktuelles Programm zusammengestellt. Mit der Auswahl der Referenten war es ihr gelungen, das „Who is Who“ der deutschen Phlebologie zu gewinnen.  Aus persönlichen Gründen musste Sie an diesem Tag das Zepter an Frau Prof. Dr. med.  Anke Strölin, Leitende Oberärztin der Universitäts-Hautklinik Tübingen übergeben, die souverän durch die Veranstaltung führte. Für die internationalen Besucher wurden die Vorträge simultan ins Englische übersetzt.

In ihrer Begrüßung  betonte Frau Prof. Strölin die Aktualität der Vortragsthemen und zeigte sich erfreut über das Interesse der Teilnehmer aus dem medizinischen Fachhandel und den paramedizinischen Berufsgruppen.

Die Fortbildung gliederte sich in die drei Vortragsblöcke Thromboembolie, Kompression und Ulcus cruris venosum sowie Update Varikose.

Vorträge rund um das Thema Thromboembolie

Im Eröffnungsvortrag  „Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie – Was ist neu?“ berichtete Frau Prof. Dr. med. Sylvia Hass, München, über den Stand der 2015 aktualisierten S3-Leitlinie. Die Leitlinie enthalte u. a. spezielle Empfehlungen zur Thrombose-Prophylaxe in der operativen und der ambulanten Medizin. Demnach sei die Risikoabschätzung essentiell, wobei das Thrombose-Risiko Patienten-individuell zu bewerten sei. Zur Thrombose-Prophylaxe auf langen Reisen würden in besonderen Fällen auch wadenlange Kompressionsstrümpfe empfohlen.

Mit der „Leitlinie Therapie venöser Thromboembolie – Was ist neu?“ beschäftigte sich der Vortrag von Frau Prof. Dr. med. Anke Strölin, Tübingen. Pro Jahr würden in Deutschland ca. 160.000 tiefe Venenthrombosen diagnostiziert. Jedoch sei die Dunkelziffer hoch, weil nur 50 bis 60% aller Fälle charakteristische Symptome aufweisen würden. Die initiale Therapie bestehe nach wie vor aus Antikoagulation und Kompression. Neu in der aktuellen S2k-Leitlinie sei u. a. die Möglichkeit des direkten Einsatzes oraler Antikoagulanzien (DOAK‘s).  Eine Empfehlung der Leitlinie sei die frühzeitige Einleitung einer Kompressionstherapie, um die Häufigkeit und Schwere eines postthrombotischen Syndroms  (PTS) zu reduzieren.

Abgerundet wurde der erste Themenblock durch Prof. Dr. med. E. Sebastian Debus, Hamburg, mit dem Thema „Therapie des Postthrombotischen Syndroms – State of the Art“. Nach alleiniger konservativer Therapie einer tiefen Venenthrombose (TVT) würden ca. 90% der Patienten unter einem PTS leiden. Zur Vermeidung von ausgeprägten Befunden sei die Sanierung der Obstruktion des Refluxes notwendig, wofür heute unterschiedliche Befund-orientierte Methoden zur Verfügung stehen würden. Diese interventionellen Methoden hätten sich als sicher und erfolgreich herausgestellt, ohne jedoch auf meist lebenslang begleitende Kompression verzichten zu können.

Vorträge rund um das Thema Kompression

Mit der Frage „Can Velcro Wrap Systems Really Replace Compression Bandaging“ setzte sich der Vortrag von Frau Justine Whitaker, Clitheroe / England auseinander. Eine einfache Antwort wäre Nein, weil damit nur ein Teil der Patienten versorgt werden könne. Unter Berücksichtigung der Patienten als Individuen und deren differenzierten Diagnosen könne jedoch mit Ja geantwortet werden. Weitere Forschungen müssten sowohl die Wirkung der Wrap-System auf unterschiedliche Bindegewebsstrukturen als auch die Ursachen der Erkrankungen berücksichtigen.

Im Vortrag „Beyond varicosis – Einsatzgebiete der modernen Kompressionstherapie“ beleuchtete Herr Prof. Dr. med. Markus Stücker, Bochum, weitere über die Phlebologie, Lymphologie und Narbentherapie hinausgehende Einsatzgebiete der Kompression. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten ergeben, dass frühere Kompressionstrumpf-Kontraindikationen zu Indikationen werden können. Unter gewissen Voraussetzungen träfe das z. B. auf die pAVK zu, oder auch auf bestimmte entzündliche Hauterkrankungen.

Vorträge rund um das Thema Ulcus cruris venosum sowie Update Varikose

Zwei Vorträge hatte Frau PD Dr. med. Felizitas Pannier, Bonn, übernommen. Zunächst referierte sie über ihre positiven Erfahrungen mit der „Endovenösen Lasertherapie“, welche sie seit 18 Jahren mit Erfolg durchführe. Im Laufe der Zeit sei diese Methode immer schonender geworden, dazu habe auch die neueste Entwicklung des radial abstrahlenden Lasers beigetragen. Dabei zeigte sie auch Grenzen dieser gefäßerhaltenden Behandlung auf, wie z. B. sehr geschlängelt verlaufende Stammvenen. Als weiteres hatte sich Frau Dr. Pannier mit dem Thema „Sklerosierung  - und was möglich ist“ der chemischen Varizen-Therapie angenommen. Gemäß ihrer Schlussfolgerung habe sich die Sklerosierung inzwischen zur einzigen Therapie entwickelt, die für alle Varizen einsetzbar sei.

„Update – Operative Therapie der Varikose“ lautete das Thema von Herrn Prof. Dr. med. Achim Mumme, Bochum. Nach seinen Erfahrungen würde die moderne Varizenchirurgie zu einer hohen Patientenzufriedenheit bei sehr niedrigen Rezidivraten führen. Entscheidend dafür sei die OP-Planung und die OP-Technik, wie z. B. das invaginierende Venenstripping. Bei dieser besonders schonenden Technik wird die zu strippende Vene von innen nach außen gestülpt. Als weiteres Beispiel nannte er die endoluminale Valvuloplastie, gewissermaßen ein Kompressionsstrumpf um die Vene. Seine abschließende Botschaft: „Die moderne Varizenchirurgie: Schonend – differenziert – effektiv – nachhaltig“.

Im Rahmen des Symposiums überreichte Sarah Conen vom Juzo Produktmanagement Phlebologie an Herrn Prof. Stücker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, einen Spendenscheck über 5.000 EUR. Damit möchte Juzo die Arbeit der Arbeitsgruppe „Junge Phlebologie“ unterstützen.

Wissenschaftliche Leiter und Veranstalter freuten sich über die gute Resonanz auf dieses internationale Symposiums.  Auch das Feedback der Gäste und Referenten war durchwegs positiv.

Das 3. Internationale Phlebologische Symposium wird am 24.11.2018 in München stattfinden.

Referenten

Prof. Dr. med. Sebastian Debus Hamburg

Direktor der Klinik für Gefäßmedizin
Universitätsklinikum 
Hamburg-Eppendorf

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Prof. Dr. med. Sylvia Haas, München

Fachärztin für Allgemeinmedizin

Prof. Dr. med. Birgit Kahle , Lübeck

Oberärztin
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie

Prof. Dr. med. Achim Mumme, Bochum

Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie St. Josef-Hospital im Katholischen Klinikum Bochum Ruhr-Universität Bochum

PD. Dr. med. Felizitas Pannier, Bonn

Fachärztin für Dermatologie, Praxis für Dermatologie und Phlebologie, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Köln

Prof. Dr. med. Stefanie Reich-Schupke, Bochum

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Stiftungsprofessur Phlebologie


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Prof. Dr. med. Anke Strölin, Tübingen

Leitende Oberärztin
Universitäts-Hautklinik Tübingen


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Prof. Dr. med. Markus Stücker, Bochum

Ltd. Arzt Interdisziplinäres Venenzentrum, Geschäftsführender Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie St.-Josef-Hospital

Justine Whitaker MSc, RN., Lancashire

Director, Nurse Consultant and Senior Lecturer, Uclan, UK
Northern Lymphology Ltd

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Impressionen vom 2. Internationalen Phlebologischen Symposium in Hamburg

Unter dem Titel „Phlebologie überbrückt Grenzen“ hatten rund 200 Teilnehmer die Möglichkeit sich zu den interprofessionellen Vorträgen auszutauschen. Die Referenten informierten zu den aktuellsten Entwicklungen der Varizentherapie, angefangen von konservativen Maßnahmen über die unterschiedlichen chirurgischen Techniken bis zu der Behandlung venöser Ulcera.

In unseren Impressionen haben wir eine Auswahl an Bildern der Veranstaltung für Sie bereitgestellt. Weitere Bilder des 2. Internationalen Phlebologischen Symposiums finden Sie in unserer Bildergalerie online unter www.galerie.juzo.com. Das Passwort erhalten Sie von unserer Symposium-Ansprechpartnerin Dace Zanker