
- Arterien und Venen
Aufbau des Venensystems
Im Unterschied zum arteriellen Kreislaufabschnitt, in dem zur optimalen Verteilung des Blutes ein hoher Druck herrscht, sind die Druckverhältnisse in den Venen wesentlich niedriger. Entsprechend sind die Venenwände auch dünner als diejenigen der korrespondierenden Arterien und mit weniger Muskulatur und elastischem Gewebe versehen.
Oberflächliches und tiefes Venensystem
Im Bereich der Beine wird zwischen einem oberflächlichen und tiefen Venensystem unterschieden. Oberflächliche Venen verlaufen direkt unter der Haut und über der Muskulatur. Sie sammeln das venöse Blut aus der Haut und dem Unterhautgewebe und leiten es über zahlreiche Verbindungsvenen (Venae perforantes) in das tiefe Venensystem, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Arterien verläuft. Von dort wird das sauerstoffarme Blut aus Muskulatur und Knochen über die untere Hohlvene zur rechten Herzkammer zurückgeführt. Beim gesunden Menschen fließen etwa 90 Prozent der venösen Blutmenge über das tiefe Venensystem ab, während 10 Prozent den Weg über das oberflächliche System nehmen.
Funktionsprinzip des Venensystems
Für den Rückfluss des venösen Blutes gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen – sozusagen „bergauf“ – sorgt neben den Venenklappen ein komplexes Zusammenspiel verschiedener weiterer Transportmechanismen.
Wadenpumpe
Den wichtigsten Motor des venösen Rückstroms in den Beinen stellen die sogenannten Muskel- und Gelenkpumpen dar, bei denen Venen, Muskeln und Gelenke miteinander arbeiten. Das Prinzip ist denkbar einfach: Bei jeder Beuge- und Streckbewegung der Beine, wie zum Beispiel beim Gehen, ziehen sich die Muskeln abwechselnd zusammen und entspannen sich dann wieder. Mit dem daraus entstehenden Pump-Saugmechanismus wird in der Phase der Muskelanspannung das Blut aus der nahe liegenden Beinvene in Richtung Herz gepresst. Dadurch fällt in den entleerten tiefen Venen der Druck ab, so dass Blut aus dem oberflächlichen Venensystem angesaugt und weitertransportiert werden kann.

