
- Kompressionsverband zur Entstauung
Behandlung
1. Diäten und Fastenkuren
Die Ursachen des Lipödems liegen nicht in falscher Ernährung und sind daher auch durch Diäten und Fastenkuren nicht grundlegend zu beeinflussen. Häufig leiden die Betroffenen an einer starken Störung ihres Selbstwertgefühls. Ihnen wird oft eingeredet, ihre Erkrankung wäre auf Fehlernährung zurückzuführen.
Durch teils massive Außenbeeinflussung glauben viele Betroffene letztendlich wirklich, die Symptome wären ernährungsbedingt und starten die ersten Fastenkuren.
Die damit erzielte Gewichtsreduzierung hat jedoch keinen Einfluss auf die Beinumfangsmaße. Außerdem bewirkt eine Diät eine Umstellung des Organismus auf Sparflamme, so dass die nachfolgende wieder „normale“ Nahrungsaufnahme zu einem überschießenden Gewichtsanstieg (meist an den Beinen zuerst!) führt.
Häufig sind Essstörungen eine Begleiterscheinung des Lipödems. Für den weiteren Therapieverlauf ist es für die Betroffenen wichtig, zu einem gesunden Essverhalten zurückzufinden und mittelfristig ihr Wohlfühlgewicht zu erreichen.
2. Medikamentöse Behandlung
Das Lipödem ist weder durch Salben, noch durch Tabletten oder Medikamente beeinfluss- oder heilbar! Möglicherweise haben aber Ödemprotektiva einen günstigen Einfluss auf die Schwellneigung.
3. Sport
Eine geeignete Sportart beim Lipödem ist Schwimmen. Der Auftrieb entlastet die Gelenke. Wasser übt eine ideale Kompression auf das Gewebe aus. Der Kompressionsdruck einer Kompressionsklasse 2 entspricht etwa 1,00 bis 1,30 Meter Wassertiefe. Auch Fahrradfahren wirkt günstig. Zu empfehlen sind außerdem Gymnastik, Spaziergänge, leichteres Joggen, Aquajogging und (Nordic) Walking.
4. Liposuktion: Die Behandlung der Ursache!?
Eine Liposuktion (Fettabsaugung) wird zunehmend häufiger zur Behandlung des Lipödems eingesetzt. Zu beachten ist, dass damit keine Heilung erzielt werden kann. Vor einer Entscheidung zur Liposuktion sollten Sie sich über mögliche Nebenwirkungen, die auf Sie zukommenden Kosten und die Langzeitergebnisse dieser Methode aufklären lassen.
Konsultieren Sie verschiedene Ärzte!
5. Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung
Während die bisher beschriebenen Maßnahmen beim a-Typ des Lipödems (Lipohyperplasie) ausreichen, ist die einzige anerkannte Behandlungsmöglichkeit beim schmerzhaften und komplikationsträchtigen b-Typ die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE), eine Kombination von Manueller Lymphdrainage (MLD) und Kompressionsbehandlung. Dabei regt eine spezielle Massagetechnik den Lymphtransport an und lockert Verhärtungen des Gewebes.
Informieren Sie sich weiter in unserer Broschüre zum Thema Lipödem

