Rückblick auf die Juzo® Symposien 2015

2015 veranstaltete Juzo vier lymphologische Symposien, ein Orthopädie-Symposium und ein Narbensymposium. So bietet Juzo Plattformen für den interprofessionellen und interdisziplinären Austausch und der Erörterung aktueller Themen. Ärzten, Therapeuten und den Teilnehmern aus dem medizinischen Fachhandel eröffnet Juzo neue Blickwinkel.


In Kooperation mit MEVIVA Berlin und der renommierten Hessingpark-Clinic in Augsburg stellte Juzo aktuelle Therapieverfahren der Hand- und Sprunggelenkchirurgie vor. Während des anderthalbtägigen Symposiums demonstrierten acht wissenschaftliche Vorträge den Teilnehmern, was sie etwa bei Bandplastiken, Peronealsehnenpathologien oder osteochondrale Läsionen beachten sollten.   

Dreistündiger Hands-on-Workshop

Das Highlight: Während eines dreistündigen Hands-on-Workshops wendeten die Mediziner die neuesten OP-Techniken und perfektionierte bewährte Techniken am anatomischen Präparat selbst an. Das Ergebnis: Ärzte tauschten sich untereinander und mit den Referenten aus, erlernten neue Methoden und nehmen Juzo als wichtigen Marktgestalter für orthopädische Hilfsmittel wahr.

 

 

 

 

 

Der informative Mix aus Vorträgen, Workshops und Diskussionen ist Juzos Markenzeichen und macht diese Fortbildung so wertvoll: Juzo schafft eine Plattform für einen interdisziplinären und interprofessionellen Austausch, erörtert aktuelle Themen und Methoden und bringt die Fachkräfte beruflich voran. So diskutierten die erfahrenen Referenten mit Ärzten, Therapeuten und medizinischem Fachpersonal etwa über die Abgrenzung von Lymphödem und Lipödem bei Adipositas, stellten chirurgische Therapieverfahren bei Adipositas vor und demonstrierten Physiotherapie am „dicken Bein“.

 

 

Die wissenschaftliche Leitung wurde von Frau Dr. Anett Reißhauer (Berlin, Deutschland) übernommen. Als Vertretung vor Ort führte Herr Dr. PhD Robert Damstra (Drachten, Niederlande) durch das Programm. Der einzigartige Mix aus Vorträgen, Workshops und Diskussionen kann mittlerweile als das Markenzeichen unserer Symposien bezeichnet werden.

Interdisziplinärer Austausch mit internationale Referenten

Besonders durch den interdisziplinären Austausch zu aktuellen Themen und Verfahren konnten die Teilnehmer Wissen für ihre Praxis sammeln. So diskutierten die erfahrenen Referenten mit Ärzten, Therapeuten und medizinischem Fachpersonal etwa über die Entstehung eines Lymphödems nach Tumorbehandlung, stellten Kompressionsversorgungen bei schwierigen Fällen vor oder demonstrierten die Manuelle Lymphdrainage direkt am betroffenen Patienten. Viele Teilnehmer gaben positives Feedback, unter anderem Kirsten Hedeager, die Vorsitzende der Danish Society of Physiotherapeutic Lymphoedema Treatment: „Das Juzo Symposium war eine sehr interessante Veranstaltung – ein eindrucksvolles Programm mit internationalen Referenten. Mein Wissen über die aktuellste Forschung und Behandlung von Lymphödemen konnte ich auf den neuesten Stand bringen.“ Am Ende der Veranstaltung durfte sich die Vorsitzende der Danish Lymphoedema Society, Frau Lise Petersen, freuen. Herr Schettler überreichte ihr einen Spendenscheck über 60.000 Dänische Kronen. Den Rest der Anmeldegebühren, 15.000 Kronen, erhielt die Danish Cancer Society.

Mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland leiden an einer Erkrankung des Lymphsystems – doch immer noch kennen sich zu wenige Experten damit aus. Vor dem Hintergrund der Zunahme von Adipositas in der Gesellschaft wird die Ödem-Therapie bei Ko- und Multimorbidität immer wichtiger. „Lipödeme und Lymphödeme auch in Verbindung mit Adipositas spielen eine zunehmende Rolle“, erklärt Dr. med. Anett Reißhauer, Leiterin des Arbeitsbereiches Physikalische Medizin und Rehabilitation in der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Großes Interesse des Fachhandels

Annähernd 500 Teilnehmer aus verschiedenen Berufsgruppen – Ärzte, Therapeuten und Versorgungsspezialisten aus dem medizinischen Fachhandel – nahmen an den Vorträgen und Praxisseminaren teil. Besonders erfreulich war das große Interesse des Fachhandels: jeder dritte Teilnehmer kam aus diesem Bereich. Auch Vertreter der Krankenkassen wohnten dem Symposium bei, was von Referenten und Teilnehmern sehr positiv zur Kenntnis genommen wurde. 

Theorie und Praxis

Die hochkarätig besetzte Veranstaltung bestand aus einem theoretischen Vortrags- und einem praktischen Workshopteil. Am Vormittag sprachen sechs renommierte Referenten über die konservative Therapie, die neuesten Forschungsergebnisse und operative Behandlungsmöglichkeiten. Am Nachmittag belegten die Teilnehmer Praxis-Seminare ihrer Wahl. Eines der Seminare thematisierte die lymphologische Kompressionsbestrumpfung für die unteren Extremitäten. Hier ging es in erster Linie um Messtechniken und die individuelle Gestrickauswahl, um letztlich die Lebensqualität der Patienten durch optimale Kompressionsversorgung zu verbessern. Betont wurde hier vor allem, wie wichtig es ist, auf die Patienten einzugehen und sie gut aufzuklären. „Wenn die Patienten mitmachen, ist das der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung“, bestätigte Referentin Christine Hemmann-Moll. Neben dem interdisziplinären und interprofessionellem Austausch zum Lip- und Lymphödem diente das Symposium auch einem guten Zweck: Die Teilnahmegebühr spendet Juzo an den „Verein der Freunde und Förderer der Berliner Charité“.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Teilnehmerzahlen der Juzo Lymphsymposien steigen seit fünf Jahren kontinuierlich an und spiegeln das wachsende Interesse am interprofessionellen Wissens- und Erfahrungsaustausch in der Lymphologie wider. Der Tagungsort war daher mit Bedacht gewählt: Mit 4.700 Quadratmetern Veranstaltungsfläche bot das Konferenzzentrum im Münchner Norden reichlich Platz für die über 300 Fachleute, die  zum 6. Münchner Lymphsymposium anreisten. Die wissenschaftliche Leiterin Dr. med. Michaela Knestele, Chefärztin im Wundzentrum Allgäu, eröffnete die Veranstaltung mit einem ebenso interessanten wie zutreffenden Vergleich: Demnach seien die verschiedenen Disziplinen in der Lymphologie wie ein Orchester – und hier wie dort könne „nur das optimale Zusammenspiel aller Beteiligten den perfekten Klang, für den Patienten den bestmöglichen Behandlungserfolg erzielen.“

Raum für individuelle Fragen

Ziel des Münchner Lymphsymposiums war es nicht nur, die Behandlung des Lipödems, des Lipolymphödems und des adipositasassoziierten Lymphödems aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, sondern auch den Teilnehmern aus Medizin und Fachhandel genügend Raum und Zeit für individuelle Fragestellungen zu geben. Elf hochkarätige Referenten sorgten dafür, dass die Veranstaltung bis zur letzten Minute spannend und informativ blieb. So berichtete Frau Dr. med. Katharina Rüger über die Schwierigkeiten in der Differenzierung zwischen primären und sekundären Lymphödemen, Lipödemen und Lip-Lymphödemen bei adipösen Patienten und präsentierte eine beeindruckende Bilddokumentation von Krankheitsverläufen. Frau Dr. med. Susanne Kümmerle zog die Zuhörer mit einem lebhaften Vortrag über die Gewichtsreduzierung bei Lipolymph-Patienten und die Bedeutung der Eigenverantwortung in den Bann. Auf die Möglichkeiten und Erfolge, aber auch die Grenzen der Liposuktion ging Dr. med. Stefan Rapprich ein, während Christine Hemmann-Moll praxisnah die Kompressionsversorgung bei adipösen Patienten erörterte. Neben weiteren interessanten Vorträgen wurde auch ein Einblick in die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Heil- und Hilfsmittelversorgung gegeben: Frau Heike Stölzl stellte die relevanten Regelungen vor und beantwortete zahlreiche Fragen aus dem Publikum.

Spende für die lymphologische Forschung

Die breit angelegte Themenwahl und engagierte Referenten sorgten dafür, dass sich die Teilnehmer des 6. Münchner Lymphsymposiums mit vielen Eindrücken und neuen Erkenntnissen auf den Heimweg machen konnten. Mit einem besonderen Gastgeschenk fuhr Dr. med. Christian Schuchhardt, der langjährige wissenschaftliche Leiter der Münchner Lymphsymposien, zurück nach Freiburg: Ulrich Frey, der Leiter des Produktmanagements bei Juzo, dankte ihm für seine Verdienste und überreichte einen Spendenscheck zugunsten der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie, deren Präsident Dr. Schuchhardt ist. Die Summe von 7.500 Euro war der Erlös aus den Teilnahmegebühren des letztjährigen Münchner Lymphsymposiums und soll nun zielgerichtet für die lymphologische Forschung eingesetzt werden.

 

 

 

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Herr Dr. med. Bernd Hartmann, Chefarzt des Zentrums für Schwerbrandverletzte mit Plastischer Chirurgie, waren zahlreiche hochkarätige Experten an Bord, die im Fachprogramm über verschiedene Aspekte der zeitgemäßen Narbentherapie referierten.

 

Themen wie Laserbehandlung, Injektionstherapie, Silikonversorgung  oder auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Arzt und Fachhandel wurden ausführlich behandelt. In der angeschlossenen Industrieausstellung hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich über die vielfältigen Versorgungsmöglichkeiten in der Narbentherapie zu informieren.

„Vom Patient zum Spitzensportler“


Ein besonderes Highlight war der Vortrag „Vom Patient zum Spitzensportler“ von Gerd Schönfelder, deutscher Ski-Rennfahrer, der bei den Paralympischen Spielen bereits zahlreiche Medaillen gewann. Er schilderte eindrucksvoll, wie er sich nach seinem schweren Unfall als Patient fühlte und mit Hilfe der behandelnden Ärzte und Therapeuten ins aktive Leben zurückkämpfte – bis an die Spitze der Paralympics.

Halloween-Party als Ausklang

Für den gelungenen Ausklang des Tages waren die Teilnehmer  am Abend zu einer gruseligen Halloween-Party eingeladen. Carole Leenheer-Müller von Juzo freute sich, in diesem Rahmen Herrn Dr. Bernd Hartmann einen Spendenscheck in Höhe von 5.000 EUR zu Gunsten der INTERPLAST Germany e.V. überreichen zu dürfen. Diese Organisation führt unentgeltlich plastisch-chirurgische Operationen in Entwicklungsländern durch.


Aufgrund des großen Erfolgs wird das Narbensymposium auch 2016 wieder stattfinden – die ersten Vorbereitungen laufen bereits.